Intermezzo ohne Schnee

Jetzt hab ich den Artikel schon 3x neu geschrieben, eigentlich wollte ich ja nur sagen,
vor KLEE gab es Ralley.
Sten, Suzie und Tom waren damals schon dabei. Sie waren grandios, wie ich finde, ihrer Zeit ein bisschen voraus. Ich höre Ralley immer wieder sehr gerne.
Wer Ralley bis jetzt noch nicht so kennt,
hier gibt es ein Videobeispiel, neben „Sommer“ eins meiner liebsten, grandios geschnitten, tolle Auswahl an Ausschnitten.

„Mach die Augen auf und spring …“

(apropos Heide Rosendahl, ich hab mir damals ein Autogramm geholt, in nem Supermarkt, es war überwältigend, das war 1972 oder 73, ich war 7 oder 8, haha.)

Neue Tourtagebucheinträge von KLEE aus Wuhan/China

Da irgendwo sind unsere Lieben, (Tourist Map of Wuhan)

Tourist Map of Wuhan

Ihre Eindrücke aus Wuhan berichtet Suzie auf www.kleemusik.de,

Wuhan, Tag 2: Das erste Konzert mit Knollennasen in Hündchensuppe

Ein glühendes, grelles, gelbes Licht reißt mich aus dem Tiefschlaf. Nach einem Moment der Orientierungslosigkeit stelle ich fest, dass ich immer noch ich selbst bin, mein Körper in Wuhan/China im Bett liegt und ich gestern versäumt habe, den dicken Vorhang wieder zuzuziehen nachdem ich versucht hatte, einen Blick auf den Jangtse zu werfen, der sich im nächtlichen „Smo(g)king“ an mir vorbei schummelte. Jetzt schien er, mit der Sonne verbündet, mich anzuschreien, damit ich endlich aufstehe, um ihn zu bewundern. Gedacht, getan.

Somit kam ich dann doch noch pünktlich zum Soundcheck. Der Soundcheck verlief bestens und irgendwie fühlte es sich so an, als hätten wir erst gestern hier auf der Bühne gestanden. Alles beim „Alten“ sozusagen. Das Team und die Bühnenmanagerin Judith kennen wir schon aus Shenyang, und wir freuten uns alle sehr, sie wiederzusehen.

Die knappe Zeit zwischen dem Soundcheck und dem Konzert nutzten wir, um uns in Wuhan etwas umzusehen. Zusammen mit Hans, unserem chinesischem Betreuer, liefen wir die große, viel befahrene Uferstraße entlang. Wir bewegten uns ungefähr so schnell wie die Zeitlupenaufnahme einer 100 Jahre alten Schildkröte. Ständig blieb jemand staunend stehen und fotografierte eines der bizarren, architektonischen Glanzstücke Wuhans, kaufte sich ein kühles Wässerchen oder versuchte durch ein Päuschen im Schatten der Hitze zu entkommen. Aus der Ferne hörten wir eine Kapelle spielen, und je näher wir kamen, desto schöner klang die Musik.

In einer Seitenstraße hatten sich Musiker versammelt, die herzergreifende und auch sehr laute Musik spielten. Da waren Trompeten, Schlagzeug, Geigen, Kontrabass und mehr, und alle Musiker saßen auf der Straße und spielten so wunderschön, dass es mir ganz feierlich wurde. Die Straße war geschmückt mit knallbunten Riesenfächern und der Boden war rot bedeckt von unzähligen, zerplatzten „Chinaböllern“ – ähnlich wir bei uns nach der Silvesternacht.
Hans erklärte mir, dass so etwas hier typisch sei und alles zu Ehren eines sehr alten und sehr toten Menschen geschieht, es sei aber keine Beerdigung, sondern eine Feierlichkeit, womit man die Freude über das hohe Alter des Toten zum Ausdruck bringt und das Verständnis dafür, dass dieser Mensch jetzt müde war und gehen wollte. Wenn ein sehr alter Mensch gestorben ist, ist es in China eine ebenso große Freude wie die Geburt eines Menschen. Eigentlich ein sehr schöner Brauch.

Kurz darauf liefen wir doch tatsächlich Elisa und Katharina in die weit ausgestreckten Arme. Die Beiden haben uns im Sommer in Shenyang betreut und sind mittlerweile liebe Freundinnen von uns. Sie sind nun extra nach Wuhan gekommen, damit wir uns noch mal wiedersehen können. Jetzt waren wir schon zu elft in unserer Reisegruppe. Wir gründeten schnell eine deutsch-chinesische Fußballmannschaft mit dem Namen FC Langnase. Leider wollte niemand von uns ins Tor und so schlenderten wir weiter durch die Straßen Wuhans, begleitet von drei Chinesen und vielen, vielen Blicken. Vielleicht dachten die Menschen, die wir passierten doch, dass wir ein Fußballverein sind? Jedenfalls kann ich mir jetzt eine vage Vorstellung davon machen, wie sich die Familie Pitt-Jolie fühlen würden, wenn sie einen Bummel durch Köln machten.

Jetzt wurde es auch schon richtig Zeit, zur Deutsch-Chinesischen Promenade zurückzukehren, denn schließlich gab es ja noch ein Konzert zu spielen. Pünktlich, wie es nun mal unsere Art ist, standen wir am Bühnenrand, und nach der charmanten chinesischen Ansage ging es los.

Ich war sehr aufgeregt, ob das Publikum meine chinesischen Ansagen überhaupt verstehen würde. Nach dem ersten Lied hatte ich die Gewissheit, dass es irgendwie funktioniert haben muss. Spätestens bei dem chinesischen Lied über die Yasminblume „Mo li hua“ tanzte die Stimmung einen heißen Rock’n’Roll.
Dass ich bei „Gold“ den Konfettishooter, der vor Ort extra für uns besorgt wurde (da ich meinen eigenen aufgrund der strengen internationalen Flugregelung nicht mitnehmen durfte), mangels Muskelkraft nicht aktivieren konnte, tat der Stimmung keinen Abbruch. Am Ende des Liedes holte ich, kraft einer kleinen spontanen Hypnose einen Bühnenarbeiter zu mir, und das goldene Konfetti glitzerte doch noch im Nachthimmel. Das stand aber in keinem Verhältnis zum Leuchten der abertausenden Hände, die sich bei „Über mir die Sterne“ in die Höhe streckten und zur Musik hin und her wiegten. Wuhan wo ai ni men!

Der Tag war aber lange nicht zu Ende. Nach dem Konzert sind wir mit „Mit“, die gerade in Wuhan angekommen waren und am nächsten Tag ihr Konzert spielen würden, gemeinsam Essen gegangen.
Es war sehr lustig zu sehen, wie die „Mit’s“ am Tisch saßen und die Speisen mit einem gesunden Misstrauen begutachteten. So müssen wir wohl auch ausgesehen haben, als wir zum ersten Mal an einem runden Drehtisch saßen und die unzähligen fremdartigen Speisen auf das Drehkarussell gestellt wurden.
Wir konnten ihnen aber zumindest die Angst vor den Erbsen, die sich in Bohnen verstecken und die man aus dem Bohnenanzug herauslutschen muss, nehmen. Ein Bayer würde dazu „zuzzeln“ sagen. Unser Lieblingsgericht, dass so ähnlich klingt wie “Verzeih“ und unverkennbar aus gekochtem Chinakohl mit Knoblauch und Chilli besteht, fand auch großen Anklang.

Als Hans uns aber fragte, ob wir gerne „Esel“ essen wollten, war selbst bei den hart gesottenen Pferdemägen die Toleranzgrenze erreicht. Als Alternative dazu brachte uns dann die Kellnerin eine große Schüssel „haarige Nasensuppe“.
So schnell wie wir unsere Köpfe von den hellrosa bis fleischfarbenen Schweine- und Menschennasen ähnelnden Stücken, die aus der Suppe herauslugten, abwandten, konnten uns Hans, Elisa und Katharina gar nicht erklären, um was es sich da genau handelt. Zur Beruhigung fielen Worte wie „Gemüse“ und „Hündchensuppe“ und etwas, das klang wie „sehr lecker“. Als sich im allgemeinen Durcheinander dann doch herausstellte, dass die „Hündchensuppe“ keineswegs aus Hund gekocht wird, sondern aus einem harmlosen Huhn, war klar, dass es für einen Chinesen, hoffentlich nur in der Aussprache, keinen großen Unterschied zwischen Hühnchen und Hündchen gibt. Da hatte sich Felix, der Drummer von „Mit“ auch schon ein Näschen genommen und in seiner selbsternannten Funktion als Vorkoster verkündete er, dass es sich geschmacklich in der Nähe unsere Kartoffel befände, wenn nur die Haare nicht wären. Die Nasenhaare? Um das herauszufinden, wetzte ich nun meine Stäbchen und fingerte mir beherzt auch eine Nase aus dem Topf. Es stimmte: es schmeckte etwas kartoffelig und die Haare waren Fäden, die sich in der Struktur der Substanz befanden, aber nicht „haarig“ schmeckten.

Der Übersetzungscomputer half dann endlich, das Rätsel der geheimnisvollen Nasensuppe zu lösen. Es handelt sich um eine Lotuswurzel. Lotuswurzeln sind die stärkehaltigen Knollen der gleichnamigen wildwachsenden Pflanze. Sie werden in Asien bereits seit mehr als 3000 Jahren in der Küche verarbeitet. Ich bin trotzdem froh, eine Familienpackung „Iberogast- Magentropfen“ dabei zu haben. Sicher ist sicher. Was sind schon 3000 Jahre? Morgen ist erstmal ein neuer Tag und ich freu mich auf ein neues Abenteuer. Gute Nacht, Jangtse!

Daniel wird diese Crashbecken vielleicht auch kennen (apropos Wuhan),

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Suzie berichtet auch vom dritten Tag im fernen „Land des Lächelns“ mit einem Lächeln,

Wuhan 3. Tag: Rot, Rot, Feuer, Feuer

Heute wollen wir die gelbe Kranichpagode besichtigen. Dafür müssen wir auf die andere Seite des Jangtse. Für uns Kölner sozusagen auf die „Schälsick“. Wir haben uns für eine Überfahrt mit der Fähre entschieden.

Bei schönstem Sonnenschein setzten wir über. Es war abenteuerlich zu sehen, wie wir uns zwischen den großen Schiffen und den kleinen ursprünglichen Fischerbooten den Weg zum anderen Ufer bahnten. Vorbei an der modernen Skyline von Wuhan, der ersten Brücke, die über den längsten Fluss Chinas gebaut wurde, und dem künstlich geschaffenen Land, dort, wo der Han Fluss in den Jangtse mündet.

An der Kranichpagode angekommen erfuhren wir, dass der Turm seine Berühmtheit durch den Dichter Cui Hào erlangte, der seinerzeit, im achten Jahrhundert, das Gedicht mit dem Namen „Huanghe-Turm“ schrieb. Wir erfuhren auch, dass der ehrfurchtsvolle Turm aufgrund der Bauarbeiten zur ersten Brücke über den Jangtse abgerissen wurde und in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts (genau 1985) wieder errichtet wurde. Maßstabsgetreu. Wir sind trotzdem die 51 Meter hoch ins 5. Stockwerk geklettert und hatten eine wundervolle Aussicht auf Wuhan und die Umgebung.

Die vielen chinesischen Besucher des Gebäudes schienen sich nicht nur für die Pagode und ihre Geschichte zu interessieren, sondern anscheinend war ich genauso eine touristische Attraktion. Ich weiß nicht genau, ob ich an dem Tag nicht einmal mehr fotografiert wurde als der gelbe Kranich. Was aber wohl nicht nur an meiner abendländischen Erscheinung lag, sondern an der Kombination aus Langnasenfrau mit rotem Kleid und roten Schuhen. Rot steht in China für Glück, Freude und Wohlstand. Hans erklärte mir, dass rot die Farbe des chinesischen Frühlingsfestes oder Neujahrsfestes ist und es ein Sprichwort gibt, was in der Übersetzung viel Raum für eigene Interpretation zulässt: „Rot, Rot, Feuer, Feuer.“

Apropos Feuer, nach der Sightseeingtour hatten wir alle mächtigen Durst, und auf dem Weg in ein chinesisches Restaurant durchquerten wir eine Straße, an der rechts und links kleine Garküchen dampfende und duftende Speisen angeboten wurden. Elisa und Katharina stoppten das ein oder andere Mal und kauften kleine Snacks. Zuckersüße Klebreisbällchen am Spieß, eingelegter Stinke-Tofu, der mit einer Art Mixedpicklesaroma versehen war und Waffeln in Fischform mit einer schwarzen Bohnenfüllung.

Im Restaurant angekommen stellten wir fest, dass es dort gar nicht die Wuhaner Spezialität namens „Reg an mian“ gab. Machte aber nix, denn die Kellnerin bot uns an, die „Hot Dry Noodles“, wie sie auch genannt werden, in einem anderen Geschäft zu kaufen, und wir könnten sie in ihrem Restaurant essen. In China ist alles möglich. Die Nudeln wurden uns gebracht, und mit ihnen kam das Feuer. In Form einer höllenscharfen, schwarzen Sesamsoße, die sich etwas mehlig und zäh um die weichen dicken Nudeln klebte. Köstlich!

Auf dem Weg zurück zur Fähre hörten wir wieder laute handgemachte Musik auf der Straße. Diesmal war es keine Feierlichkeit zu Ehren eines Verstorbenen, sondern eine schnöde Shoperöffnung. Trotzdem wurden wir magisch angezogen und schauten dem Treiben zu, als der Schlagzeuger plötzlich Daniel aufforderte, sein kleines Schlagzeug zu spielen. Daniel rannte rot angelaufen davon, und so wurde ich von der Sängerin aufgefordert, mit ihr zu tanzen. Sie spielten extra ein Lied für uns. Nach einer Minute bildete sich eine Menschentraube bis auf die viel befahrene Straße. Das war ein großer Spaß.

Lustig war es wohl auch, als sich Pele kurz darauf ein Shampoo kaufen wollte. Er dachte sich, am besten gehe ich in einen Frisiersalon, und als er mit Händen und Füßen anzeigte, was er wollte, verstanden die Friseure nur, dass er sich die Haare waschen lassen wollte. Als er das verneinte, wollte man ihn föhnen. Aber schlussendlich hatte Pele dann doch Erfolg und kam ohne neuen Haarschnitt und mit einer Literflasche Shampoo glücklich aus dem Salon.

Auf dem Weg zurück zur Fähre lief uns doch tatsächlich Ralf aus Bielefeld über den Weg. Er war gestern auch schon beim Konzert. Ich sah ihn in der 2. Reihe auf und ab hüpfen. Verrückt! Gemeinsam fuhren wir zurück und gingen anschließend zu den deutsch-chinesischen Promenaden, um die abendlichen Konzerte zu sehen. Durch die Verspätung unseres ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder verpassten wir leider die Band „Mit“, denn das Programm wurde um Herrn Schröder rumgestrickt. Schade. Bemerkenswert allerdings ist, dass Herr Schröder hier in China immer noch mit „Herr Bundeskanzler“ angeredet wird. Hier verliert man seinen Titel eben einfach nicht.

Nach dem Konzert von Super 700 sind wir dann mal in unsere Hotelbar gegangen im 39. Stockwerk. Das lockte mich schon seit unserer Ankunft. Auf unserem Hotel liegt nämlich ein riesengroßer, goldener Ping-Pong Ball, in dem sich die „Sky-Lounge“ befindet. Diese Kugel ist mindestens so groß und rund wie der Ball des Ostberliner Fernsehturms (auch „Telespargel“ genannt). Dort feierten wir in den Geburtstag von Super700-Michael hinein mit tollen Geburtstags-Ständchen auf deutsch, chinesisch, holländisch und polnisch. Und jetzt schnell ein bisschen schlafen. Morgen geht’s weiter. Ich freu mich! Ik verheug! Oczekuj

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Kranichpagode 1.Stock

Danach ist Sten wieder dran mit seiner Betrachtung des vierten Tages in Wuhan,

Wuhan, Tag 4: Unser zweites Konzert
Es scheint immer wärmer zu werden in Wuhan, obwohl auch hier nun langsam der Herbst Einzug halten müsste. Aber der morgendliche Blick aus dem Fenster auf den Jangtse und die Stadt verrät schon, dass auch der heutige Sonntag wieder sommerlich heiß werden würde.

Der Weg zum Soundcheck führt durch den Park vor dem Hotel. Hier wird sonnenbeschirmt flaniert und ausgiebig den sonntäglichen „Parkaktivitäten“ gefrönt, die wir schon in Shenyang bestaunt haben: Gymnastik, Kartenspielen, Musizieren, Drachensteigenlassen und vielem mehr.
Vor der Bühne stehen schon jetzt – um 11.30 Uhr – annähernd 300 Menschen, die gespannt und geduldig unseren Soundcheck verfolgen und scheinbar jede noch so banale „Bewegung“ mit Fotoapparaten und Videokameras festhalten. Beim obligatorischen Anspielen der einzelnen Instrumente erntet sogar jeder von uns stürmischen Beifall;) Und während wir „Soundchecken“, laufen im Hintergrund über die riesige LED-Wand Einspielfilmchen zu allen vertretenen Künstlern: Bei uns haben sich lustigerweise neben den Auschnitten aus KLEE-Videos auch einige Sequenzen aus Ralley-Zeiten „eingeschlichen“! Eine nette und ehrenvolle Überraschung!; ) Die Vorzeichen für den heutigen Abend, an dem wir als letzte auftreten werden, stehen also schon mal nicht schlecht. Die Zeit bis dahin verbringen wir – wie könnte es anders sein – mal wieder mit Essen. In unserem neuen kleinen Lieblingsrestaurant, gleich um die Ecke vom Hotel, in einer Straße voller Garküchen und Imbiss-Stände, bestellen wir inzwischen Vertrautes, entdecken aber auch heute wieder ganz neue Köstlichkeiten und sind begeistert von der Qualität und Vielfalt der chinesischen Küche.

Begeistert sind wir auch von dem, was uns am Abend dann an der Bühne „geboten“ wird: ein Menschenmeer, so weit das Auge blickt. Wahnsinn! Dazu eine Atmosphäre, die, trotz der wirklich schier unglaublichen Menge an Personen, ausgelassen und absolut friedlich ist. Es mischen sich Alt und Jung, ohne jede Drängelei, in für uns kaum vorstellbarer Eintracht und Freundlichkeit. Die ganze Szenerie wird so getragen von einer ganz wunderbaren positiven Stimmung. Wir genießen jeden Augenblick. Auch hinter der Bühne im Backstagebereich. Denn auch das Organisations-Team ist einfach nur spitze. Wir fühlen uns wie auf einem großen Familienfest. Unser Auftritt dann gegen 22 Uhr ist mit Worten kaum wiederzugeben. Wenn es keine Fotos gäbe, käme es einem sicher vor, als hätte man nur geträumt: die tausenden Hände, die sich uns entgegenstreckten, die strahlenden Gesichter von ganz vorn am Bühnenrand bis weit hinter den FOH-Turm, wo Oli mit dem Mischpult steht, den Klang, den tausende mitsingende Stimmen bei „Mo li Hua“, unserem chinesischen Lied, machen, den man zwar nicht fotografieren kann, aber unauslöschlich im Ohr behält. Das sind wirklich unvergesslich schöne und bleibende Eindrücke.

Backstage gab es dann später nicht nur unseren schönen Auftritt zu feiern, sondern auch einen weiteren Geburtstag, und zwar den von Francesco von Tele. „Traditionell“ schon mittlerweile ging es dann geschlossen zur „Church Bar“, wo ebenfalls „traditionell“ nun jede Nacht gefeiert, musiziert und gejammt wird. Den Auftakt heute machte unser Pele, als er gegen 2 Uhr den ehemaligen Altarplatz, der nun eine opulent dekorierte Bühne ist, betrat und frisch drauf los spielte: alte Astra-Kid Songs und auch Stücke aus seinem „Pele Caster“ Programm. Begleitet wurde er spontan von Martin Fleischer, dem Kulturattaché des Goethe-Instituts, am Bass. Felix Hoffmeyer von „Drone“ an den Congas und Ralf Brendle am Akkordeon. Eine fürwahr exotische, aber tolle Combi…äh..Combo..; )

Auch Tele ließen sich nicht lumpen, und Francesco gab sich selbst ein nachträgliches Geburtstagsständchen, inzwischen war es nach vier… Wir beschlossen aber, bis Fünf durchzuhalten, denn Elisa und Katharina mussten um 5.30 zum Flughafen und da machte es keinen Sinn , ins Bett zu gehen. Wir wollten sie aber natürlich gebührend verabschieden und so gab es im Morgengrauen vor dem Hotel eine große tränenreiche Verabschiedungszeremonie, wohl wissend, dass wir uns ganz sicher wiedersehen werden, und während die beiden ins Taxi stiegen, fielen wir der Reihe nach erschöpft aber glücklich in unsere Betten.

KLEE wieder in China

KLEE weilen zum zweiten Mal in diesem Jahr in der Volksrepublik China, diesmal in Wuhan.
Wuhan von oben:
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KLEE werden dort zusammen mit anderen deutschen Bands auf dem chinesisch-deutschen Festival in Wuhan auftreten. Weitere Bands siehe hier,
Popfestival in Wuhan
Die Deutsch-Chinesische Promenade findet vom 23.-31. Oktober 2009 auf der Jiangtan-Promenade im Wuhaner Stadtteil Hankou statt. Google-Maps

Passend dazu gibt es auf www.kleemusik.de den ersten Tagebucheintrag, diesmal von Sten Servaes:

„Hui…der nächste Tagebucheintrag nach unserer Chinareise kommt – wer hätte das gedacht? – schon wieder aus…China..; ) Ok, das ist natürlich zu großen Teilen der Arbeit am neuen Album geschuldet, die uns auch während der Konzerte im Sommer so auf Trab gehalten hat, dass es dort zur Zeit eine kleine „Tagebuch-Lücke“ gibt, die wir aber ganz bestimmt noch zu schließen versuchen werden…
Nun aber sitz ich in meinem Hotelzimmer in Wuhan, es ist mitten in der Nacht, die Klimaanlage summt und tut ihr Bestes, die immer noch schwül-warmen 29 Grad auf erträgliche Schlaftemperatur herunterzukühlen, und ich möchte kurz berichten wie es dazu kam…

Schon kurz nach unserer ersten, wahnsinnig beeindruckenden Reise nach China bekamen wir einen Anruf von Udo Hoffmann, ob wir nicht auch wieder im Oktober dabei sein möchten/können…
Was für eine Frage! Natürlich möchten wir. Allerdings waren wir auch schon im Studio und haben dann aber gemeinsam entschieden, dass uns eine Woche „Pause“ sicher nicht schaden würde…Und so haben wir am Mittwoch Mittag um eins in Köln alle Aufnahmen am neuen Album ruhen lassen und uns auf den Weg nach Frankfurt zum Flughafen gemacht.

Mit all den tollen Bildern von der letzten Reise im Juni im Kopf, saßen wir schließlich am Gate und warteten auf den Abflug der Maschine gen Peking, der für 17.20 Uhr angesetzt war. Gegen 16.20 wurden wir über Lautsprecher informiert, dass der Flug leider hoffnungslos überbucht sei und nun Freiwillige gesucht würden, die sich – für eine gewisse „Entschädigungssumme“ – auf den nächstmöglichen Flug umbuchen lassen würden. Da sich bis kurz vor Ablfug immer noch nicht genügend Personen gemeldet hatten, beschlossen wir, einer willkürlichen „Teilung“ unserer Gruppe zuvor zu kommen und entschieden uns für bezahlte drei weitere Stunden Wartezeit.

Um 20.15 gingen wir dann endlich an Bord. Und siehe da: vertraute Gesichter! Einige andere deutsche Bands, die beim chinesisch-deutschen Festival in Wuhan spielen werden, waren auch mit im selben Flieger. Die netten Gespräche unterwegs und die allgemein wirklich tolle und gute Laune konnten aber dennoch nicht über die diesmal wirklich endlos scheinenden neun Stunden Flug bis Peking hinweghelfen. Mir gelang es – trotz Übernächtigung – leider nicht, wenigstens für ein, zwei Stunden zu schlafen, so dass die in Peking folgenden fünf Stunden Aufenthalt zur quälenden Tortur wurden. Neben unserer Müdigkeit machte uns auch recht bald die Erkenntnis zu schaffen, dass wir von China aus nun nicht mehr, wie geplant, auch über Twitter und Facebook berichten würden können, denn all diese Portale sind derzeit „nicht erreichbar“…; (

Auf dem Weiterflug nach Wuhan überlegten wir schon, wie wir diese unerfreuliche Situation irgendwie meistern könnten…doch über die Gedanken daran sind wir dann alle der Reihe nach eingeschlafen.

Die Luft in Wuhan war angenehm warm, als wir von unserer Betreuerin Angie empfangen und nach insgesamt 25 Stunden Unterwegssein in den Shuttle-Bus zum „Howard Johnson Pearl Plaza“ gefahren wurden. Verglichen mit den frostigen –2 °C, die wir noch Tage zuvor nachts in Köln erlebt hatten, waren 30° C am Abend schon ein ganz schöner Kontrast. Im wahrsten Sinne; ) Wetter.com sei dank hatten wir auch entsprechende Garderobe dabei.

Das Hotel und alle Organisatoren empfingen uns auf das allerherzlichste und wir beschlossen, uns nach kurzem Check-In und trotz aller Müdigkeit noch das Festival-Gelände und die Bühne, die direkt gegenüber dem Hotel in einem Park am Yangtse steht, anzuschauen. Dort hatten alle Beteiligten gerade die Vorbereitungen für den Eröffnungstag am morgigen Freitag abgeschlossen und – nachdem wir uns alle freudig begrüßt hatten – sind wir noch gemeinsam lecker chinesisch essen gegangen. Wir hatten schon fast vergessen WIE lecker das Essen hier ist!

Beendet haben wir den Abend dann in einer ehemaligen Kirche, die nun eine Bar beherbergt und für die Dauer des Festivals quasi als „Aftershow-Club“ fungiert. Völlig überwältigt von den wieder neuen Bildern und Erlebnissen liefen wir dann die zwei Häuserblocks durch das ehemals „französische Viertel“ zurück zum Hotel, vorbei an verwunschen wirkenden Kolonialbauten, den Garküchen, Spielstuben und kunterbunten Kiosken…
Und wieder verzauberten und begleiteten uns die Gerüche und Farben, die Menschen und die herzliche und unbeschreibliche Atmosphäre bis hinauf in unsere Hotelzimmer.

Ich blicke nun aus dem Fenster im 23. Stock, herunter auf den im nächtlichen Dunst verschwimmenden Yangtse und die riesige, blinkende, bunte Stadt und freue mich auf die nächsten Tage und alles was sie mit sich bringen!“

Zàijan Shenyang, ni hao Beijing!

Aber bevor es hieß „Hallo Peking“ beschreibt Suzie ihren Tag in Shenyang.

Shenyang, wir lieben Dich!

Von Suzie:

Heute ist schon unser letzter Tag in Shenyang. Die Zeit verging viel zu schnell, obwohl ich versucht habe sie anzuhalten. Ich schlafe einfach nicht mehr. Und da diese Stadt und alles, was wir sehen und erleben, so unbeschreiblich aufregend ist, bin ich komischerweise überhaupt nicht müde. Ich habe fast Angst etwas zu verpassen, wenn ich die Augen zu mache. So kostbar ist die Zeit.

Heute morgen habe ich Shenyang beim Aufwachen beobachtet. Um vier Uhr graute der Morgen und ich stand im Schlafanzug am Hotelfenster im 14. Stockwerk und blickte hinunter auf den großen Platz auf dem eine riesengroße Statue von Mao Tse Tung steht. Auf diesem Platz tanzen morgens und abends viele Menschen zur Lautsprechermusik , in großen Formationen aufgestellt, um sich fit zu halten.

Aber jetzt war es still.

Zum ersten Mal seit unserer Ankunft schien Shenyang tatsächlich zu schlafen. Langsam wechselte der Himmel seine Farben, und je heller es wurde, desto betriebsamer wurde es. Und es dauerte nicht mehr lange und aus allen Winkeln und Mauselöchern hupte, klingelte und flüsterte, schrie, lachte, dampfte, kochte, klingelte und spektakelte es wieder.

Nach dem Frühstück, das keine „euronesischen“ Wünsche übrig lässt (ich liebe diese kleinen, feinen, seidigen, weißen, gedämpften Reisteigknödel, die unseren Dampfnudeln geschmacklich nahe kommen) sind wir in den Zhongshanpark. Heute bin ich im Rahmen der Veranstaltungsreihe “ Deutschland und China – gemeinsam in Bewegung“ eingeladen worden, chinesischen Kindern ein Gedicht vorzulesen. Im Kulturpavillon warteten schon die Kinder. Gemeinsam mit dem deutschen Botschafter Dr.Michael Schäfer und dem Vorsitzendem des Goethe Instituts Herrn Ackers sangen und tanzten wir mit den Kindern.

Kleine Kinder tragen in China im Übrigen eigentlich keine Windeln. Die Chinesen haben da eine andere Lösung: Die Hosen sind am Poppo einfach nicht zusammengenäht. Et voilá…

Der Zhongshanpark ist Treffpunkt für Jung und Alt. Läuft man abseits der Hauptwege, entdeckt man Dinge, die uns „Langnasen“ staunen lassen. Angelockt von fremden Klängen, sahen wir eine kleine Gruppe älterer Herrschaften die auf landestypischen Instrumenten musizierten. Das waren Blasinstrumente aus Kürbissen, die klangverwandt sind mit der Klarinette. Ein paar Schritte weiter saßen Männer um einen selbstgebastelten Tisch und spielten Majong. Unter einer Pagode stimmte ein großer Chor gerade ein Lied an, und zwischen den Bäumen entdeckten wir vereinzelnd Menschen, die ihre Tai Chi Übungen machten oder sich an den schattenspendenden Bäumen den Rücken massierten. Wir passierten ein tanzendes Paar, das auf dem Gehweg von einem Tanzlehrer neue Tanzschritte lernte, und hinter dem großen Springbrunnen, der wie eine Wasserorgel zu lauter Musik das Wasser tanzen ließ, kalligraphierte ein Mann mit einem langen Pinsel, den er zwischendurch immer wieder in eine Wasserflasche tunkte, ein Gedicht auf den Gehweg. Das so kunstvoll und leider so flüchtig in der Mittagshitze verdunstete.

Das sind hier völlig normale Dinge, die man in seiner Freizeit tut. Während wir zu Hause mit einem „Coffee to go“ es bestenfalls noch ins nächste Fitnessstudio schaffen, läuft hier im Park ein Ehepaar rückwärts an uns vorbei, um die eigenen Sinne zu schärfen und die Konzentration zu steigern. Das ist kein Witz! Man stelle sich dieses Szenario bitte mal bei uns vor! Hier ist das alles völlig normal und wir kommen uns schon ein wenig merkwürdig vor, unseren Finger nicht mehr vom Kameraauslöser nehmen zu können.

Andererseits sind auch wir ein beliebtes Fotomotiv und so kommt es häufig vor, dass wir uns mit einigen Passanten im Arm ablichten lassen müssen.

Mittlerweile war es dringend Zeit zur Bühne zu gehen, denn der obligatorische Soundcheck für das Konzert heute Abend startete in wenigen Minuten.

Nicht lange darauf begann unser 2. Konzert in Shenyang. Der Platz war wieder rappelvoll, und vom ersten bis zum letzten Ton war die Stimmung großartig. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass wir uns, mit den paar gelernten chinesischen Sätzen, verständlich machen können und trotz des Sicherheitsgrabens und der uniformierten Sicherheitsbeamten vor der Bühne spüren wir unmittelbar die unendliche, positive Energie, die uns entgegengebracht wird.

Wir sind überaus glücklich, dass wir durch unsere Musik hierher kommen durften und es ist das größte Geschenk, zu spüren, dass Musik eine Sprache jenseits der Sprache ist und wir hier mit unseren Liedern Menschen berühren können.

Vorne in der ersten Reihe steht auch Ralf. Ralf ist extra aus Deutschland (Bielefeld) angereist, um dieses Abenteuer mit uns zu teilen. Es ist mittlerweile sein weit über 230. Kleekonzert. An dieser Stelle möchten wir uns bei ihm ganz herzlich bedanken!

Nach der heutigen Show wurde im Backstage noch in den Geburtstag des Kurators Udo Hoffmann gefeiert.

Und das nach allen Regeln der Kunst!

Wir studierten spontan eine kleine Showeinlage á la Marilyn Monroe ein. Die Backstage Koordinatorin stellte sich auf einen Stuhl, wir wandelten unsere Taschenlampe in ein Spotlight um und dann wurde „Happy Birthday“ gesungen und damit nicht genug, denn ab diesen Zeitpunkt musste sich jeder, ob er wollte oder nicht, auf die „Stuhl – Bühne“ stellen und ein Lied aus seinem Land singen oder tanzen oder eine Geschichte erzählen.

Ich muss nicht extra erwähnen, dass Viva Colonia natürlich nicht im Repertoire fehlte, oder?

Am Ende dieser stimmungsvollen Feier lagen wir uns alle in den Armen und sangen noch schnell : „So ein Tag, so wunderschön wie heute“, bevor wir zurück zum Hotel gingen.

In der Hotellobby wurden wir von einem Fan überrascht, der extra einen Tanz für uns einstudiert hatte. In der Hotelbar, in der Haindling gerade eine Jamsession beendet hatte, zeigte er uns seinen Tanz. Die ganze Bar war fasziniert. Wir haben noch lange in der Bar getanzt, gesungen, gelacht und sogar geweint, denn Herr Haindling bat mich zu einer Meditationsübung, bei der man sich, ohne zu blinzeln, in die Augen guckt. Nach 10 Minuten rollten mir die Tränen über die Wangen. Tränen des Glücks und auch Tränen der Traurigkeit, morgen Früh abreisen zu müssen.

Aber irgendwie spüre ich, dass ich wiederkommen werde:

“ Eines Tages werde ich mit vollen Segeln das Meer überqueren und das Ufer erreichen, von dem ich träumte“ (Li Bai)

„erzählt“ von Suzie.

Und dann waren KLEE auch noch in Peking,

… Den gestrigen Reise-Tag von Shenyang nach Peking wollen wir nicht unerwähnt lassen, …

Den gestrigen Reise-Tag von Shenyang nach Peking wollen wir nicht unerwähnt lassen, aber ihm dennoch nur die ihm angemessene Kürze zugestehen, denn leider kreuzte ein heftiges Unwetter über Peking all unsere eigentlichen Pläne. So kam es, dass wir am Flughafen im wahrsten Sinne festsaßen und – schon eingecheckt und durchleuchtet – sage und schreibe 6(!) Stunden am Gate und auf zunehmend unbequemeneren Sitzen verbrachten. Ohne jegliche Info, permanent auf „Abruf“ wartend. Dies waren die wohl längsten sechs Stunden unseres Bandlebens.

Es gab dort nämlich nichts von all dem, was man in solchen Momenten begehrt: Kaffee, Essen, Internet… – doch, halt: Essen gabs schon, allerdings nur ein extrem begrenztes Angebot an Instant-Nudelsuppen. Nach 2 Portionen war das Kontingent des kleinen Imbiss dann auch schon genau so erschöpft wie wir mittlerweile. Und als wir kaum noch zu hoffen wagten, an diesem Tag noch nach Peking zu kommen, wurde das Flugverbot dann doch endlich aufgehoben und wir auf eine neue, startbereite Maschine umgebucht.

Glücklich, aber völlig geschafft konnten wir dann gegen 23 Uhr endlich auch in unser Hotel in Peking einchecken, wo wir auch schon auf bekannte Gesichter trafen: die Band Kira, die am Abend dort gespielt hatte und einige Kollegen von der Konferenz waren im selben Hotel untergebracht. Weil wir ja den ganzen Tag über noch nichts gegessen hatten, schlossen wir uns kurzerhand der Kiraband an und konnten endlich den berühmten „Hot Pot“ probieren. Eine Art Fondue, nur eben – wie der Name schon nahe legt – in „scharf“. In der Mitte eines Tisches befindet sich eingelassen der Topf mit der scharfen Brühe, und nach und nach kommen die exotischsten Köstlichkeiten hinzu. Wir haben auf allzu exotisches natürlich verzichtet: Um HundKatzeMaus oder ähnliches muss sich also niemand sorgen..; )

Auch Blut und Hirn (angebliche Spezialitäten) haben wir dann doch lieber ausgelassen.

Die „harmloseren“, wenn auch oft nicht minder unbekannten Zutaten schmeckten aber ganz ausgezeichnet, und wir können mit Fug und Recht sagen, dass dies bisher wohl unser leckerstes Abendessen war.

Der heutige Tag begann früh, denn wir wollten, obwohl wir ja heute Abend ein Konzert spielen sollten, unbedingt auch die chinesische Mauer sehen. Die Fahrt dorthin von Peking aus dauert etwa anderthalb Stunden und so sind wir gleich nach dem Frühstück in den extra für diesen Anlass angeheuerten Bus (samt Fahrer) gestiegen und losgebraust.

Leider vernebelte uns ein nicht weichen wollender Dunst die Sicht auf alles weiter als 500 Meter entfernte abseits der Strecke und leider dann auch auf die tollen Berge und die Mauer selbst. Das tat dem Erlebnis aber nicht wirklich Abbruch, denn wenn man erst mal die vielen Händler und Souvenirshops hinter sich gelassen hat, und mit der Seilbahn auf die Bergkuppen gefahren wurde, bietet sich einem ein unvergessliches Schauspiel. Ein Bild das sicher jeder kennt und wenn man dann dort oben auf der Mauer steht und lang läuft, kommt es einem fast surreal vor, so vertraut und fremd gleichzeitig sind die Eindrücke.

Wir waren ganz bewusst nicht zu dem touristischeren Abschnitt nach Badaling, sondern zu dem noch etwas ursprünglicheren Teil bei Mutianyu gefahren, aber selbst dort blieb man vom Werben der doch auch dort zahlreichen Händler nicht verschont. Auf dem Weg zurück zum Bus kamen einige von uns dann auch nicht umhin, ein paar Souvenirs zu kaufen: Mao-Bibeln, Jadefiguren, Postkarten…den Vogel schoss aber zweifellos Suzie ab, mit ihrer neuen Panda-Mütze…

Pünktlich zum Soundcheck waren wir dann auch wieder in Peking. Unser Auftritt heute war im Gegensatz zu den vorangegangenen kein Open-Air Konzert, sondern eine „klassische“ Club-Show. Ort des Geschehens: der Club Yugongyishan.

Und Peking enttäuschte unsere Erwartungen nicht: Auch hier war die Stimmung und das Publikum grandios. Wir wurden erneut auf einer Woge der Begeisterung getragen. Auf Seiten des Publikums und auch auf unserer eigenen. Wir sind überwältigt von so viel Zuspruch und Herzlichkeit. Und froh und dankbar, diese Reise angetreten zu haben. Sie übertrifft unsere kühnsten Erwartungen.

Xièxie Beying!! (Sten)

Elisas Tagebuch aus Shenyang

KLEE in Shenyang

Voller Freude darf ich hier den persönlichen Bericht von Elisa Tsai aus Shenyang China bekannt machen. Sie war knapp eine Woche die Betreuerin der Kleecrew in Shenyang.
Aber das erzählt sie alles selber in ihrem Tagebuch.

Bedanken möchte ich mich auch noch mal für die tollen Bilder, die sind auch von Elisa.

11.06~16.06 ist eine der schoensten Wochen meines Lebens,weil ich die Betreuerin von KLEE war.

Ich kann noch erinnern, wie ich gespannt war,als ich sie im Flughafen sah. Ich nahm ein Bild mit KLEE an dem Ausgang und winkte, dann kam Suzie mit einer Kamera, machte einige Fotos von mir und dem anderen Betreuer. Als ich und Suzie hinter Pele den Koffer zusammen schleppte,sagte sie “schnell !schnell !kurze Beine!”Suess!ein grosses Kind!Ich hatte keinen Stress mehr.Sie sind alle freundlich und easygoing .Auf der Fahrt zum Hotel tauschte ich mit Pese,Musik Manager von KLEE,die Nummer und erzahlte etwas ueber Shenyang.Dann check in ,eine Stunde spaeter trafen wir uns und lauften herum in der Einkaufsstrasse in der Naehe von dem Hotel.Danach gingen wir zum Abendessen in einem beruehmten traditionellen Restaurant.Leider ging Daniel nicht wegen der Kopfschmerzen Ich habe ein privates Rezept mitgebracht,aber 8 Personen ,8Geschmack,die Bestellung war fuer mich sehr schwer.Sie liessen mich empfehlen, wie nett!Aber ich weiss nicht ,dass Pele Vegetarier ist,der arme Pele hat nur ein bischen gegessen.Gluecklicherweise gefaellt das Essen den anderen.Nach dem Abendessen lauften wir zum Hotel.Ich habe gefunden,dass sie gutes Gedaechtnis haben.Sie kannten den Weg besser als ich !Als wir wieder im Hotel waren, sagten Suzie und Pese,sie waren sehr zufrieden mit mir und waren sehr dankbar.Sie haben mir die CD und T-shirt geschenkt.Damit endete mein erster Tag mit KLEE.Ich habe das meinen Freundinnen erzaehlt , sie waren sehr neidisch auf mich und sagten “ich moechte auch mit KLEE zusammen”(sie sind Betreuerin von anderer Band).

Am 12.06 gingen wir zum Einkaufen in der Fashionstrasse.Ich lehrte sie “zu teuer” auf Chinesisch ,sie waren sehr klug und sprechten sehr gut.Wir gliederten uns in 3 Gruppen, ich mit Suzie und Chris, Pese mit Oliver,Tom mit Sten und Pele .Suzie hat viel gefilmt,Pele kaufte ein Paar Schuhe,Oliver bekam eine neue Muetze.ich und Suzie haben auch in einem Spielzeugladen gehandelt von 220 auf 150,als die Kaeuferin “ja,ok” sagte,sind wir so schnell wie moeglich geflohen,weil wir gar nicht den haesslichen ET bezahlen moechten.o(n_n)o…Um 18:00 gingen wir zu der Oeffnungszeromonie der Bewegung.Wir haben backstage besucht und uns mit der Umgebung vertraut gemacht.Die Begruessung war sehr langweilig,nur Rede,Beamte und Blumen.Als es regnete, gingen wir zum Biergarten und tranken in angenehmem Regen.Danach haben wir die Konzerte von Torpedo Boyz und Doro angeschaut.Dann zurueck zum Hotel und “Gute Nacht!”

Am 13.06 kam first soundcheck.Um 11:15 nahmen wir Shuttlebus zum Soudcheck. in der grossen Buehne.Alles war in Ordnung.Abends um 20:45 begann das Konzert.Die Zuschauer waren total begeistert.Als Suzie Handsterne sagte, schwenkten die Zuschauer ihre Haende mit ihr.Suzie hat auch einige Saetze auf Chinesisch gesprochen.z.B.”wir lieben euch” ”hallo” ”wir werden wie Gold sein” “danke fuer eure Leidenschaft”.Als Suzie das chinesische Lied ‘Jasminblumen’ sang, kam der Glanzpunkt des Abends.Ein tolles Konzert!!!Ich habe viele Fotos gemacht.Zurueck zum Hotel , es gab auch ein kleines Konzert in der Bar des Hotels.Da habe ich einen grossen Fan kennengelernt,er hat ueber 200 Konzerte von KLEE angeschaut.wow!Das Konzert endete gegen 2:00,danach eine Party.Weil es zu spaet war, lud Pese mich und Katharina(Betreuerin von Torpedo Boyz) zum Hotel ein.Dafuer war ich sehr dankbar.

Am 14.06 mussten Suzie,Pese,Tom und Sten zur Musikkonferenz gehen,die anderen hatten einen Freitag.so wir entschieden uns ,die verbotene Stadt in Shenyang zu besichtigen.Aber Pele hat sich ausgeschlafen bis 14:30,deshalb hatte er keine Chance, die schoene Landschaft in der Altstadt zu geniessen.Das wetter war sehr schoen und angenehm.wir haben viele Superfotos aufgenommen und traditionelle chinesische Maultasche gegessen.Suzie hat auch eine schoene Zeit mit chinesischen Kinder mitgebracht.Abends gingen wir zum Konzert von Haindling.Leider kann ich sie gar nicht verstehen, aber die Melodie gefaellt mir sehr.Zurueck zum Hotel ,Ende des Tages.

Am 15.06 war des zweite Konzert.Um 11:45 noch mal soundcheck. Es gibt ein kleines Problem mit Sten’ keyboard ,aber alles war in Ordnung am Ende.Abends um 19:35 fing das Konzert an.Die Zuschauer waren mehr als beim ersten Konzert.It’s a big hit! Zu meiner groessten Ueberraschung sagte Suzie in der grossen Buehne ,dass das Lied “Jasminblumen” fuer mich war.Ich bin so froh ,dass ich weinte .Nach dem Konzert gab es eine kleine Geburtstagsparty von Udo Hoffman, Musikdesigner.Es herrschte tolle Atmosphaere.Auf der Party tanzte ich zum erstem Mal mit Pele.Um 00:30 zurueck zum Hotel , dart wartete noch eine Party in der Bar.Leider konnte ich nicht dabei sein ,weil meine Tante und Onkel mich im Hotel abholten.

Am 16.06 war der Abschiedtag.Sie mussten nach Peking,Hauptstadt Chinas, fliegen, dort haben sie noch Konzerte.Ich moechte wirklich mit ihr nach Peking, aber ich habe noch Arbeit und muss bald zurueck zur Uni fahren.Das Wetter war schlimm in Peking , deshalb mussten wir einige Stunden warten.Suzie hat gesagt,dass das Schicksal war und wir mehrere Zeit miteinander hatten.Um etwa 15:00 kam der Abschied. Der Abschied fiel mir sehr sehr schwer, nochmal weine.Suzie’Kleid wurde nass wegen meiner Traenen. Umarmten uns. Das Flugzeug startet 8 Stunden spaeter als geplant.Ich war sehr froh ,dass sie an mich schrieben ,als sie in Peking angekonnen sind.

Die Zeit ist kurz,aber alles ist herzlich. Ich bekomme 8 Superfreunde.Suzie ist sehr freundlich und schoen.Pele lacht und trinkt gern.,ist ein grosses Kind Pese arbeitet fleissig und hat viel gefilmt.Sten ist supernett und mag fotografieren.Tom bleibt immer cool ,wenn er mit anderem Foto macht, aber lacht gern in der Buehne.Ich glaube, die Musik macht ihm viel Spass.Daniel sitzt immer weit von mir in der Buehne ,deshalb habe ich wenige Fotos von ihm geschossen. Chris ist sehr optimistisch,und mag Grimassen schneiden ,und danke fuer deine Jacke an dem Regentag.Oliver ist sehr beliebt in Shenyang viele Maedchen machen Fotos mit ihm, viele Maenner sind neidisch auf ihn wegen seiner Hoehe 192cm .

KLEE,Danke fuer alles! Ich vermisse euch! Sehen wir uns in 365 Tage in Deutschland wieder! Ich liebe euch!