„Traumhafte Tage in Wuhan“

Zu meiner großen Freude erreichte mich wieder eine elektronische Post aus China.
Letztens schrieb Elisa Tsai ihre Eindrücke, dieses Mal ihre Freundin Katharina Tsui.
Beide hatten das Vergnügen KLEE innerhalb von gut 4 Monaten 2x in ihrer Heimat live sehen zu können.

Ich, wir bedanken uns aufs herzlichste für die tollen persönlichen Eindrücke.
Mit etwas Glück gibt es auch bald noch ein paar Fotos.
EDIT: Bilder passend zum Bericht gibt es jetzt hier,
Katharina grüsst mit Bildern aus China

Mit KLEE waren die drei Tage in Wuhan traumhaft
27.10.09 Dalian
Schon seit einem Tag bin ich zurück nach Dalian gekommen. Aber die Aufregung wurde immer stärker, weil ich die aller schönsten Erinnerungen mit KLEE in Wuhan gesammelt habe.

Um 10 Uhr am 23.Okt. waren wir, Elisa und ich, in Wuhan gelandet. Als wir vom Flughafen ins Stadtzentrum fuhren, hatten wir eine Hochzeitsautokolonne getroffen. Das war ein glückliches Vorzeichen!
Nachdem wir unser Gepäck im Hotel untergebracht hatten, gingen wir wieder aus. Denn wir mochten möglichst schnell KLEE wiedersehen. Leider hatten wir keine Ahnung, wo sie übernachten und wussten auch nicht ihre Handynummer.

Alles in der Stadt war uns total neu. Mit Vorgefühlen gingen wir die Yanjiang Straße entlang.
Unerwartet sprang ein Ausländer, der eine Tasche von der “Deutschland und China gemeinsam in Bewegung“ Veranstaltung hielt. Er ging direkt ins Marco Polo Hotel. Super! Hier muss das Hauptquartier von der Veranstaltung sein! Angespannt stürzten wir ins Hotel. Ein Freiwilliger Helfer dort war sehr hilfsbereit und gab uns die Handynummer von Hans, dem Betreuer von KLEE. Wir riefen ihn an, und er sagte, KLEE waren schon unterwegs zum Hotel. Wir saßen in der Lobby, warteten, warteten und warteten. Wieso waren sie so langsam. Es fiel mir plötzlich ein, wir mussten uns geirrt haben und es musste ein anderes Hotel geben. Als Elisa bei der Rezeption nachfragte, sah ich plötzlich Daniel, den Schlagzeuger, draußen. Und dann kam Oli, der Mischer. Ich konnte meinen Augen so ganz nicht trauen. Wir stürzten heraus und trafen endlich wieder zusammen, mit der aller besten Band KLEE!
Alle hatten sich nicht verändert. Und ich fühlte sofort, die Stadt war mir nicht mehr so fremd. Leider konnte Chris diesmal nicht mitkommen. Aber der neue Photograph Piokrek ist auch super nett. Eigentlich hatten wir schon großen Hunger, denn das Frühstück an Bord war schlecht. Aber magisch war, das, als wir KLEE wieder sahen, ging aller Hunger sofort weg. Ja, wir waren ganz ganz aufgeregt und begeistert.
Nachdem wir in der Fußgängerzone herumgelaufen waren, gingen wir zurück und warteten auf das Konzert. Wir waren schlau, denn wir hatten die Backstagekarte vom letzten Mal in Shenyang mitgebracht. Damit konnten wir auch in den Backstage gehen. Aber wir fürchteten, dass Frau Zhang, die Chefin, darüber böse sein würde. Glücklicherweise hatte sie einen guten Eindruck von uns und war zu uns sehr freundlich. Wunderbar!
Dann kam der große Moment. Diesmal war die Kontrolle im Backstage immer stärker. Es gab gar keine Chance vor der Bühne zu stehen. Das Sicherheitspersonal war böse. Ich konnte mich nur hinter der Kulisse verstecken. Nee, das mochte ich nicht gerne. Dann ging ich zur anderen Seite der Bühne, wo die Kontrolle nicht so stark war, und machte einige Fotos vom KLEEkonzert. Schuldigung Sten, von diesem Winkel konnte man leider die Fotos nicht perfekt machen…
Seit Juni, seit den letzten Konzerten in Shenyang bin ich in die Musik von KLEE verliebt. Ich war sehr froh, dass ich diesmal schon die Lieder mitsingen konnte! Danach gingen wir in eine wundervolle Bar und feierten ein bisschen. Die Bar war so einzigartig, denn es war früher eine Kirche und war umgebaut.

Am zweiten Tag hatten wir frei und machten eine Tour in der mit vielen französischen Gebäuden bebauten Stadt. Zuerst fuhren wir mit einer Fähre ohne Dach über den Yangtze-Fluss. Die Sonne scheint, wir hatten gutes und warmes Sommerwetter und konnten das Sonnenlicht völlig genießen.
Toll! Danach gingen wir zur Kranichpagode, also eine wirklich sehr bekannte Sehenswürdigkeit in Wuhan. Als Chinesinnen , aber nicht einheimisch hier in Wuhan, hatten wir keine Ahnung über die Geschichte von der Kranichpagode. Pese, der Musikmanager, erzählte uns darüber. Ach, shame on us…
Der Turm hat schon eine Geschichte von rund 1780 Jahren. Aber er sieht heute noch sehr schön und großartig aus. Es schien, dass Suzie die zwei Lampions am Baum sehr gefielen. Sie ließ sich mit den Lampions fotografieren.
So cute Suzie!
Und dann haben wir auf der Imbissstraße etwas traditionelles gegessen. „Hot Dry Nudeln“ waren sehr „HAUTSCH“ (chinesisch für lecker). Auf jeden Fall durften „BAUTSAI“ und frittierte Lotuswurzeln nicht fehlen.
An diesem Abend sahen wir Konzerte von anderen Bands. Aber das Publikum war nicht so leidenschaftlich wie das in Shenyang war. Wahrscheinlich weil die Menschen im Süden zurückhaltender als die im Norden sind. Ja, bestimmt.
Dann gingen wir in die Bar in der 38.Etage im Hotel. Als wir im Fahrstuhl standen, konnten wir die leuchtende Stadt und den Yangtze in der Nacht schauen. Hallo Wuhan, Amazing!
Dort hatten wir den Geburtstag von einem Mitglied der Super700 gefeiert. Pele war endlich zufrieden, denn er konnte endlich Weißwein trinken. Tom war auch sehr gut gelaunt. Also es herrschte in der ganzen Bar gute Atmosphäre.

Am Mittag des 25.Okt ging KLEE zu einem zweiten Soundcheck auf die Bühne. Hans, der Betreuer, Alex, der neue große Fan von KLEE, Elisa und ich saßen vor der Bühne. Es gab schon ein kleines Publikum hier vor der Bühne. Sie fotographierten die Band und fragten uns: „Wie heißt die Band? Wo kommen sie her? Um wie viel Uhr findet das Konzert von ihr statt?“ Sie waren sehr begeistert und freuten sich sehr drauf. Genauso wie in Shenyang erfreuen sich KLEE großer Beliebtheit.
Das heutige Konzert war ehrlich großartig! Die Jungs waren alle mit schwarzen oder ganz dunklen Hemden und Jacken bekleidet. Suzie war in einem glänzenden hellgrauen Kleid und hatte auch glänzende Bänder auf der Schulter. Wunderschön! Das erste Lied war mein Lieblingslied „Wie weit“. Danke KLEE! Das Vorspiel war so anspannend, dass alle mit tanzten. Suzie, Tom, Sten, Pele, Daniel, alle waren in Hochstimmung. Das Publikum war sprudelnd. Der Auftritt war echt bewegend und auch erschütternd. Einige Fans, die hinter mir standen schrien sogar auf Deutsch „KLEE, ich liebe euch!“ und „You are so amazing!“ Ich war so froh, so begeistert, dass ich jetzt nicht weiß, wie ich mich ausdrücken soll. Der Jubel und Applaus dauerte immer länger und länger! Echt total super geil! Und ich bin sicher, dass KLEE nochmal in China sensationell werden müssen.
Das Konzert war schon zu Ende, aber alle von uns waren noch angespannt. Denn der Pele Caster würde später in der Kirchbar ein Solokonzert geben. Pele hat wieder seinen grünen Schal getragen. Typisch für Pele! Als er sagte, „Wir haben uns“, also mein Lieblingslied von Pele Caster, sei für mich und das ganze Konzert, für mich und Elisa, da fühlte ich mich sehr glücklich! Das Konzert von Pele war auch supererfolgreich. Alles an diesem Abend war erfolgreich und wundervoll. Sehr spät um 4 Uhr gingen wir zurück. Da ich und Elisa später zurück nach Dalian fliegen mussten, machten wir die Verabschiedung vor dem Hotel. Die kleinen roten Boote, die Suzie heimlich in meine Tasche gelegt hatte, will ich nie ausgeben. Die kleinen roten Boote will ich für immer behalten. (Was die kleinen roten Boote betrifft, also, eigentlich sind sie Geldscheine. Chinesische 100 RMB sind rot. Sie hat das Geld in die Form von Booten gefaltet und heimlich in meine Tasche gelegt. Sie wollte, das wir mit diesem Geld etwas luxuriöser zum Flughafen fahren können.) Für uns war das schon Luxus überhaupt zum Flughafen gefahren zu werden. Das ist für mich wirklich bedeutend. Jedes Mal fällt uns die Verabschiedung ganz ganz schwer. Und jedes Mal weint Elisa vor Traurigkeit. Aber ich nicht. Denn ich bin sicher, dass wir uns bestimmt alle miteinander wiedersehen können. Sowohl in China, als auch in Deutschland. Und ich halte die Verabschiedung für den Beginn vom nächsten Wiedertreffen und auch für den Beginn von meiner schönen Erinnerung.
Auf Wiedersehen KLEE, die aller beste Band auf der ganzen Welt!

KLEE mit den Höhnern

EDIT 12.7.: Video Wir halten zusammen

Sten erzählte, dass sie morgen in Köln etwa zwischen 20 und 21 Uhr mit den Höhnern wohl live im WDR-Fernsehen zu sehen sind. Sie werden einen Song zusammen mit den Höhnern spielen.
Bitte mitschneiden, denn ich muss arbeiten. Danke

Bestätigung auf der Seite des WDR im Netz gefunden,

„Kölner Lichter 2009
Mehr als eine Million Besucher werden wieder am Rheinufer erwartet, wenn der riesige Konvoi aus 50 festlich beleuchteten Schiffen die romantische Szenerie vorbei an der Kölner Altstadt und dem Weltkulturerbe Kölner Dom passiert. Musikalisch begleitet wird der gesamte Abend und die Rheintour des schwimmenden und leuchtenden Lindwurms von der Kultband „Höhner“ und der Kölner Gruppe „Klee“ im Tanzbrunnen.“

KLEE in Peking und Chongqing

Ein neuer Blogeintrag ist zu finden auf http://www.derwesten.de/blogs/Klee/

Tag 2 in Peking und Ankunft in Chongqing

Leider hatten wir nur zwei Tage in Peking, viel zu wenig natürlich, um auch nur annähernd einen wirklichen Eindruck von dieser tollen Stadt zu bekommen, aber wir beschlossen, jede Minute zu nutzen, und so fiel auch die letzte Nacht wieder sehr kurz aus. Zumindest den „Platz des himmlischen Friedens“ und die „Verbotene Stadt“ wollten wir natürlich sehen, bevor wir wieder zum Flughafen geshuttelt werden.
Der Nebel vom Vortag hatte sich leider immer noch nicht gelichtet, ganz im Gegenteil. Heute sah man die Hand vor Augen kaum noch. So waren die Dimensionen des Platzes und der Anlage des ehemaligen Kaiserpalastes nur schemenhaft zu erkennen..
Zu all unserem Pech gesellte sich auch der immer näher rückende Abfahrtszeitpunkt, so daß wir die Besichtigung der „Verbotenen Stadt“ leider streichen mussten.
Schade Peking, aber wir kommen gerne wieder, denn viel zu kurz war der Besuch und viel zu viel gibt es hier noch zu sehen.
Der Flug nach Chongqing, unserer nächsten Station, war unerwartet ungemütlich: der Nebel der Peking im Würgegriff hatte, entpuppte sich in der Luft als ausgewachsenes Schlechtwettergebiet, und wir haben -um ehrlich zu sein- selten so ein mulmiges Gefühl während eines Fluges gehabt, denn es ruckelte schon ganz schön heftig, und die Durchsagen der freundlichen Chef-Stewardess waren für uns leider absolut unverständlich, was nicht wirklich zur Beruhingung der angespannten Nerven beitrug. Die Chinesen um uns herum im Flugzeug schien das aber alles ganz und gar nicht zu interessieren: sie aßen ihre Bordverpflegung (Fisch und Reis) und/oder schliefen seelenruhig während wir von einem Luftloch ins nächste taumelten..dann kann es schon nicht so schlimm sein, logen wir uns vor und schoben die verdunklung der Fenster hinunter, um wenigsten nicht weiter in die dunklen Gewitterwolken gucken zu müssen..
Heilfroh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, stand die nächste Prüfung schon bevor:
als wir aus der Flughalle nach draussen traten, blieb uns im wahrsten Sinne die Luft weg. Freies Atmen war unmöglich. Die Luft muss annähernd 100% Luftfeuchtigkeit besessen haben und dazu eine Temperatur, die der einer Sauna jederzeit Konkurrenz machen könnte..
Nicht umsonst wird Chongqing im Chinesischen auch „die Ofenstadt“ genannt.
Wir dachten bis gerade, das bezöge sich auf die Tradition des „Hot Pot“, der ursprünglich aus dieser für ihre scharfen Gerichte berühmtem Region stammt, nun aber wussten wir um die bewusst gewählte Doppeldeutigkeit des Begriffes!
Am Flughafen erwarteten uns schon unsere beiden freundliche Betreuer Frau Wang und Sam, und in gottseidank klimatisierten Vans fuhren wir hinein in die Nacht und hinein in eine unvorstellbare Welt:
Chongqing ist die grösste Stadt dieses Planeten. 33 Millionen Einwohner (oder sogar deutlich mehr, so genau weiss das nämlich keiner) leben in einem Stadtgebiet so gross wie Österreich.
Wahnsinn! Alle uns bekannten Grossstädte verblassen beim Anblick dieser Metropole.
Besonders imposant: die Stadt liegt in den Bergen, am Zusammenfluss zweier großer Flüße, dem Yangtze und dem Jialing, windet sich an grünen Hügel hinauf und wieder hinab, um dann im Zentrum unaufhaltsam gen Himmel zu wachsen.
Gekrönt wird dieses Schauspiel von einer Beleuchtung, die niemand von uns auch nur annähernd jemals so gesehen hat: In den buntesten Farben erstrahlen hier bei Nacht die Wolkenkratzer. Nicht von Neon-Reklamen bekannter Produkte, sondern allein als „Schmuck“ der Häuser und zur Freude der Betrachter.
Und so drückten wir abermals unsere Nasen platt an den Autoscheiben und staunten und staunten über dieses unglaublich beeindruckende Land.
Das Hotel empfing uns mit allem Komfort, den man sich nur vorstellen kann: unsere Zimmer kleine Suiten mit Panoramafenstern hinaus und herunter auf die bunte Stadt.
Dorthin zog es uns nun auch noch einmal für einen kleinen Spaziergang ins Viertel rund ums Hotel.
Was wir dort sahen, raubte uns den Rest-Atem, der uns trotz der Scwhüle und Hitze noch
blieb: wir fanden unmittelbar vor und neben ultramoderen Shoppingmalls (mit all den uns bekannten Kaffeeshops und Burgerherstellern) eine Welt wie aus dem China-Bilderbuch: Menschen mit Strohhüten und nackten Oberkörper, die schwere Lasten schultern oder Schubkarren schieben. Dazu ein Meer an Garküchen und Strassenhändlern…So stellt sich der Westeuropäer wahrscheinlich das „echte“ China vor.
Und auch wir waren absolut euphorisiert und konnten kaum widestehen, von all den Köstlichkeiten, die dort feilgeboten und frisch zurbereitet werden, zu probieren…
Um uns vor bösen Überrasschungen zu schützen, zügelten wir aber -für heute zumindest- unseren Appetit und fielen schliesslich nach und nach hundemüde in unsere Betten.
Das Rauschen der Klimaanlage entschwand allmählich in den Träumen, die uns in den nächsten Tag und zu neuen Erlebnissen begleiteten..

KLEE aus Shenyang Tag 3

Das klingt wirklich als hätten sie alle viel Spaß vor Ort.
Und das chinesische Publikum ist nur zu beneiden.
Dieselbe Sonne scheint auch hier,

Unser erstes Konzert in Shenyang

10:45Uhr: „Die Sonne scheint …“. Heute ist der große Tag. Das erste Konzert in einer vollkommen anderen Welt. Wir haben Glück, der gestrige Regen ist auf wundersame Weise verschwunden und wir haben gutes Wetter.

Erst einmal geht es zum Festivalgelände, um alles für den Abend vorzubereiten. Hier wartet jetzt schon ein kleineres, sehr freundliches Publikum, welches uns lächelnd und fotografierend empfängt. Selbst unser Soundcheck wird bereits mit einem recht großen Applaus beendet. Ein gutes Vorzeichen für das heutige Konzert.

Danach geht es erstmal zurück ins Hotel, zu einem zweiten Soundcheck. Der Manager hat uns zu einem Aftershow-Konzert in der Hotelbar geladen und alles dafür nötige besorgt, was uns noch einmal die Gelegenheit gibt, „Mo Li Hua“ (ein chinesisches Volkslied, das wir für heute Abend einstudiert haben) zu proben. Nachdem wir uns ein bisschen ausruhen konnten, steht pünktlich auf die Minute unser Shuttle-Bus zum Konzert bereit. Wir sollten uns wohl wirklich ein wenig mehr Mühe geben, da wir grundsätzlich mindestens 10 Minuten zu spät aufkreuzen. Immerhin bereiten wir damit dem Klischee von der deutschen Pünktlichkeit ein Ende. Aufgeregt und neugierig darauf, was uns erwartet, stimmen wir während der Fahrt noch einmal „Que Sera“ an, um unserer Nervosität vorzubeugen. Als wir ankommen, spielt gerade „Kira“ und wir sind beeindruckt, wie euphorisch das Publikum hier ist.

Während der Umbauphase steigt die Nervosität. Gleich geht es los. Wir sehen uns alle noch einmal in die Augen und können das alles hier immer noch nicht wirklich fassen. Mit einem beseelten Lächeln auf den Gesichtern geht es dann auf die Bühne. Dort werden wir mit frenetischem Jubel und tosendem Applaus begrüßt. Wow!

Die Leute tanzen, lächeln und klatschen zu jedem Song und, als wir „Mo Li Hua“ anstimmen, hat Suzie tatsächlich Probleme das lauthals mitsingende Publikum zu übertönen. Es ist unglaublich. Bei „Sieben Schritte“ erklären wir dem Publikum, dass sie mit den Händen mitzählen sollen. In China zählt man mit nur einer Hand bis Zehn und die Sieben gleicht unserer einfachen „Schnipp“-Bewegung. Die ersten Takte werden somit von dem lautesten Schnippen, welches wir je hörten, begleitet. Nach „Gold“ verlassen wir dann die Bühne — begleitet von einem noch größeren Applaus als zu Beginn des Konzerts — und werden mit nicht endenwollenden „Anke“-Rufen (chinesisch für Zugabe) zurückgeholt.

Wir beenden das Konzert mit „Über mir die Sterne „, begleitet von einem Meer winkender Hände. „Danke, Shenyang!“ Das war das Erste von zwei Konzerten in Shenyang und wir wissen noch überhaupt nicht, was uns in den anderen Städten erwartet, aber wenn es nur ansatzweise dem entspricht, was wir heute erleben durften, werden wir hier noch sehr viel Spaß haben.

Getragen von einem Gefühl völliger Euphorie und mit den fantastischen Erlebnissen des heutigen Tages im Kopf betreten wir um 00:30 Uhr (bei uns 18:30 Uhr) die Bühne der Hotelbar und spielen noch einmal acht Songs, um anschließend natürlich auch noch ausgiebig zu feiern. Gute Nacht Deutschland und bis morgen.

(Von Pele)

KLEE aus Shenyang Tag 2

Soeben online gestellt, der nächste Blogeintrag von KLEE aus China.

… Der Hotelmanager freute sich über so viel Action, und als er uns sah, fragte er gleich, ob wir morgen nach unserem Konzert nicht auch einen Aftershow-Gig in der Bar geben wollten..? …

Schön, direkt wieder was neues vom Aufenthalt zu erfahren, könnte jeden Abend so weiter gehen 😉 .

Nach einer kurzen Nacht versammelten wir uns am Morgen in der Hotelobby, um die neue, uns noch fremde Welt zu entdecken. Wir waren gerade ein paar Schritte aus dem Hotel heraus, und schon wurden wir überwältigt von der unglaublichen Geschäftigkeit, der Hektik und der für uns außergewöhnlichen Geräuschkulisse. Direkt gegenüber unseres Hotels reihen sich dutzende kleine Geschäfte aneinander: Tabakshop, Minisupermarkt, Elektrogeschäft, Metzger, Frisör, Fingernagelstudio, Blumengeschäft und zwischendurch bunte Obstläden, die ihre Waren in Körben vor der Tür präsentieren und sich in ihrem Obstangebot gegenseitig übertreffen. So haben wir eine Obstverkäuferin beobachtet, die jede einzelne ihrer Kirschen mit einem Tuch blitzeblank rieb und sie zu kunstvollen Pyramiden stapelte. Auf den Bürgersteigen sieht man nicht selten Männer sitzen, die sehr emotional Karten spielen und ihre Karten mit einer weit ausholenden Armbewegung auf den Spieltisch schmeißen und sich nicht stören lassen von den Lautsprechern, die vor vielen Geschäften positioniert sind, um in einer wahnsinnig schrillen Lautstärke Audioschleifen abzuspielen, was aber außer uns keiner sonst zu registrieren scheint. Wir taumelten an den unterschiedlichsten Straßenverkäufern vorbei, die Kakteen, Fleischspieße oder Maiskolben anboten.

Wir wichen Fahrrädern, Motorrollern und Autos aus und versuchten in diesem Durcheinander, unsere Faszination auf Film und Fotos festzuhalten. Besonders beeindruckend ist tatsächlich der Geräusch-Pegel in dieser Stadt. Nicht allein, dass Autos an sich schon lärmen, nein: Anscheinend gehört es hier zum guten Ton, zu hupen und zwar, wann immer man kann. Die Autos hupen, die Motorräder hupen, die Mofas hupen, die Fahrräder hupen und die Fußgänger würden wahrscheinlich auch noch gerne hupen, wenn sie nicht auf die schlaue Idee gekommen wären, sich mit einer Trillerpfeife Weg zu verschaffen.

Eine kleine Merkwürdigkeit sei am Rande erwähnt, die aber bei näherer Betrachtung wirklich sinnvoll ist und zumindest das Hupen der Motorroller, Mofas etc. erklärt. Bei uns sind ja gerade diese Vehikel die größten Krachmacher im Strassenverkehr, hierzulande allerdings sind sie nahezu geräuschlos, denn sie werden alle elektrisch betrieben, und da ist man als Fußgänger doch sehr froh, dass die Fahrer solcher Zweiräder gerne und häufig Gebrauch von ihrer Hupe machen.

Es ist also, anders als bei uns, wohl eher ein fürsorgliches Hupen.

Nach ein paar abenteuerlichen Straßenüberquerungen lernten wir auch das „neue“ China kennen, riesige Kaufhäuser versprachen Glück durch alle erdenklichen Luxusartikel. Wir passierten McDonalds, Starbucks und diverse andere gesichtslose Kettenrestaurants, liefen an unzähligen Baustellen vorbei, wo riesige Hochhäuser mit Hilfe eines Bambusgerüsts hochgezogen werden.

Das alte und das neue China geben sich die Hand.

China und Deutschland geben sich, bildlich gesehen, auch die Hand, denn das Ziel unseres Ausfluges war die Eröffnungsveranstaltung der Reihe: „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“. Vor der großen Bühne saßen viele hochoffizielle Politiker, Botschafter, Minister und seriös gekleidete Menschen. Es wurden viele Reden gehalten, und nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung wurden in Sekunden die Stühle beiseite geräumt, und genauso schnell füllte sich der Platz und die für diesen ersten Abend geplanten Konzerte konnten beginnen. Wir liefen noch ein wenig über die deutsch-chinesische Promenade und schauten uns die Pavillions an, die während der 9tägigen Veranstaltung Informationen über Deutschland beherbergen. Im chinesischen Paulaner-Biergarten, mit Bierbänken und Brezeln, wunderten wir uns über die charmante Technik, mit einem Stohhalm eine Currywurst zu essen bzw. aufzuspießen und gingen dann, nachdem wir uns zur Live Musik von Doro Pesch noch ein wenig im Headbanging geübt hatten, zurück ins Hotel.

Den Tag wollten wir dann gemeinsam gemütlich in der Hotelbar ausklingen lassen, aber daraus wurde leider nichts, denn kaum hatten wir Platz genommen in der Hotel eigenen Irish Bar, wurde der Barsound unterbrochen und zur großen Überraschung aller enterte die deutsche „Heavymetal-Queen“ abermals die Bühne und gab ein kleines Aftershow Konzert. Der Hotelmanager freute sich über so viel Action, und als er uns sah, fragte er gleich, ob wir morgen nach unserem Konzert nicht auch einen Aftershow-Gig in der Bar geben wollten..?

In China hat man eben nirgendwo seine Ruhe 😉

KLEE mit eigenem Blog zur China-Reise

So weit weg waren unsere Lieben zusammen noch nie.
Suzie, Sten, Tom, Daniel und Pele, wer sonst noch so dabei ist, werden wir bestimmt in den nächsten Tagen erfahren, haben die Einladung angenommen in China, genauer in Shenyang, Beijing und Chongqing ein paar Konzerte zu spielen.
Erfreulicherweise wurde dazu extra ein Blog angelegt, so das wir von dort direkt ein paar Eindrücke berichtet bekommen können.
Die Adresse vom Blog ist diese,
KLEE in China

Erster Eintrag war am 9.6. „Der letzte Tag vor Abflug“

Der letzte Tag vor Abflug

Jetzt ist es also soweit: morgen werden wir -wenn alles gut geht- im „Reich der Mitte“ sein!
Eben noch war das doch „so weit weg“?
In doppelter Hinsicht.
Da war Anfang des Jahres die Anfrage vom Goethe Institut, ob wir uns vorstellen könnten, einige Konzerte
in China zu spielen, was wir hocherfreut und neugierig, was da wohl auf uns zukommen mag, bejahten.
In den Folgemonaten gab es dann Mails und Telefonate und Mails und Telefonate, nun aber wird es tatsächlich „ernst“: Lufthansa Flug 720 von Frankfurt nach Peking, Abflug: 17:20 Uhr.
Hui.
Bis dahin also müssen nun die Koffer gepackt sein.
Bis dahin will aber auch die Setlist gemacht und vor allem der chinesische Song, den wir dort als kleine Überraschung spielen werden, geprobt werden.
Also beginnt unser letzter Tag daheim dort, wo man eine Band sicher an solchen Tagen eigentlich auch vermutet: im Proberaum.

Schnell wird klar, daß die Idee das Lied „Mo Li Hua“ (Jasminblume) zu spielen, zwar sehr schön, aber keineswegs so ganz einfach umzusetzen ist..

Lautschrift und Notation aus dem Internet sei Dank, sind wir dann nach zwei Stunden mit dem Ergebnis aber doch so zufrieden, dass wir mit einem letzten Blick aus dem Proberaumfenster auf Vater Rhein und die Bötchen im Rheinauhafen, Gitarrenkoffer und Proberaumtüre schliessen und für ein letztes gemeinsames europäisches Abendessen zu unserem Lieblingsitaliener in die Kölner Südstadt spazieren.
Bei leckerer Pasta und einigen Gläsern Wein tauschen wir angelesene Infos zu Land und Leuten aus und merken, daß wir wirklich aufgeregt sind und sehr gespannt, was uns ab morgen alles erwartet.
Wir werden ausführlich und reihum im „Autoren-Rotationsprinzip“ hier darüber berichten.
Eine Frage beherrscht in diesen letzten Stunden vor dem Abflug aber als Dauergast unsere Gedanken:
Haben wir alles? Reisepässe, Visa, Netzadapter, Kamera, Socken, Unterhosen…?
Nichts vergessen??
Ach doch:
Ojee!
Alles in den Koffer packen!; )
Daher Schluss für heute;
wir melden uns wieder aus China!