Daniel berichtet über Tag 5 in Wuhan

Wuhan Strassenreinigung

11:00 Uhr morgens, und nichts schreit mich an.

Was ist da los in China?! Hier war doch immer alles so laut, als ich das letzte Mal hier war. Wuhan scheint da anders zu sein. O.K.- am, für Mitteleuropäer undurchschaubaren, Verkehr hat sich nichts geändert. Außer, dass hier nicht jeder meint, das Vorhandensein einer Hupe an seinem Auto zwinge ihn, selbige auch ständig zu benutzen sobald er fährt. Wir haben heute frei. Wie auch die nächsten Tage, aber heute ist der erste freie Tag, den man auch als solchen empfindet.

Gestern war unser zweites und leider diesmal auch letztes Konzert, und die folgenden Tage werden wir nutzen, um uns Wuhan und Peking noch mal ganz genau anzuschauen… Ich werde heute gleich mal damit anfangen: Der Tag steht zur „freien Verfügung“ und meine Bandkollegen frönen unterschiedlichsten Dingen wie Songschreiben, Fotos machen, Souvenirs kaufen, etc.. Ich wiederum werde zusammen mit Oli und Piotrek, unserem Backliner, sowie den Kollegen von Tele zu einem Park fahren, der auf einer Insel liegt. Gesagt, getan.

Unser Hotel ist so groß, dass es eine eigene Bushaltestelle verdient zu haben scheint. Jedenfalls fährt der Bus genau gegenüber unserem Foyer ab. Für umgerechnet 20 Cent fahren wir ca. eine halbe Stunde. Hallo!? Hat die Rheinbahn mitgelesen? Wir fahren für 20 Cent eine halbe Stunde Bus!! Für 20 Cent fährt man in Deutschland leider nirgendwo mehr hin und erst recht nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln… Wie dem auch sei. Am See angekommen setzt unsere recht große Reisegruppe über, und die Entscheidung für Motorboot oder Ruderboot fällt bei der augenscheinlichen Größe des Sees nicht sonderlich schwer.

Am Zielort angekommen, stellt sich die Frage, ob wir für umgerechnet 4 Euro pro Person anlegen und in den Park gehen, oder für 2 Euro einen etwas „inoffiziellern“ Eingang in den Park wählen. Zu diesem Zeitpunkt wird uns natürlich leider nicht mitgeteilt, dass man wenn, man sich für Variante 2 entscheidet, auf etliche Sehenswürdigkeiten verzichten muss. Deutsch veranlagt, wie unsere Reisegruppe nun mal unweigerlich ist, entscheiden wir uns für die billigere Alternative. Zum Glück!!

Die Sehenswürdigkeiten begrenzen sich auf Affen, die irgendetwas tun, was unser Übersetzer leider nicht ins deutsch übersetzten kann (oder will). Und so kommen wir (sparsam wie wir nun mal sind) in den Genuss, mal wieder in China Rodelbahn zu fahren. Ein Wahnsinnsspaß!! Zurück an der Talstation wird von unserem Booker Ben , der ebenfalls dabei ist, ein Nachmittagsmahl bestellt.

Da er der chinesischen Sprache genauso unmächtig ist, wie der chinesische Gerichteverkäufer der deutschen, wird die Bestellung zu einer Stand-Up Comedy-Show sondergleichen. Ich muss jedoch mit Respekt festhalten, dass nach der Zuhilfenahme eines Taschenrechners zumindest Einklang über den Preis herrschte, den wir für unser Essen zu zahlen hatten. Nach einem hervorragenden Reisgericht wird die Heimreise ins Hotel angetreten. Busfahrt, Fahrt über den See, Rodelbahn und die Risikowahl des Essens sind aber auch in der Tat genug für einen Tag China.

Nach einer kurzen Regenerationszeit auf dem Hotelzimmer geht es, diesmal um die bis hierher fehlenden Bandkollegen erweitert, sofort weiter zum „Hotpot“-Essen. Ich habe in der Vergangenheit bereits erwähnt, dass sich mein Interesse für überscharfes Essen in Grenzen hält.

Ich muss jedoch zum zweiten Mal in China feststellen, dass eine gewisse Süchtigkeit nach scharfem Essen auch von meiner Seite nicht von der Hand zu weisen ist. Man muss nur beachten, dass man nicht sofort mit den Speisen für hart Gesottene einsteigt. Nähert sich man dem Thema „chinesische Schärfe“ in einer Zeit von 20 Minuten, ist man auch in der Lage, Speisen zu sich zu nehmen, die einer Betäubung des Mundraums bei einem in Deutschland ansässigem Zahnarztes ähneln.

Der Abend endet (wie so ziemlich jeder bei unserem Aufenthalt in Wuhan) in der Churchbar. Lange ging es mal wieder, und nachdem, neben etlichen anderen, auch unser Pele zum zweiten Mal sein Soloprogramm auf der „Open Stage“ zum besten gab, konnte man ein weiteres Mal glückselig ins chinesische Hotelbett fallen.

Wuhan, wir mögen Dich!!

KLEE in China letzter Eintrag im Tourtagebuch

„Niemals geht man so ganz“! Chongqing, Zhong Xian, Rückflug

Unser letzter Tag in China beginnt mit einer dreistündigen Fahrt von Chongqing Mitte nach Zhong Xian, wo wir auf dem Campus einer Mittelschule unser letztes Konzert spielen werden.

Wir verteilten uns auf zwei Autos und steckten unsere langen Nasen erstmal in die örtlichen Gazetten von Chongqing, die mit Titelseiten und ausgiebiger Berichterstattung von unserem gestrigen Konzert berichteten.

Nachdem wir die letzten Wolkenkratzer hinter uns gelassen hatten, wurde die Landschaft rechts und links an der Autobahn entlang zusehends grüner und bergiger. Sanfte Hügel und Reisfelder flogen an uns vorbei, große Berge, Schluchten, Flüsse und Händler.

Händler?? Tatsächlich standen immer wieder Händler mit ihren großen, obstgefüllten Körben auf dem Seitenstreifen der Autobahn und warteten auf die vorbeirasende Kundschaft. Zwar warnen große Schilder vor der Gefahr, auf der Autobahn anzuhalten und drohen sogar mit einer Geldbuße, jedoch scheint sich dieses Phänomen nicht so leicht weg-organisieren zu lassen. Natürlich gibt es auch Raststätten entlang der Autobahn, die mit Tankstelle, Toilette und Tante-Emma-Laden die Reisenden versorgen. An einer solchen machten wir dann auch eine Pause, und nicht anders als bei uns hielten dort prompt große Reisebusse, aus denen viele Chinesen purzelten, die gleich ihre Kameras auf unsere europäische Reisegruppe richteten.

Die Fahrt war relativ kurzweilig, da die grüne Landschaft unseren „betonierten“ Augen schmeichelte. Nachdem wir zwei Mofas überholt haben, die auf dem Gepäckträger je vier(!) Schweinehälften transportierten, verließen wir die Autobahn und waren auch schon an unserem Zielort angelangt. Zhong Xian.

Das Mittagessen nahmen wir in einem chinesischem Restaurant ein. Wir warteten in einem der Séparées auf das zweite Auto, das, wie wir durch die moderne, mobile Welt der Kommunikation erfuhren, eine Reifenpanne hatte. Diese kleinen Extraräume oder auch “Geschäftsräume” genannt, sind absolut typisch in der chinesischen Gastronomie. Durch einen Aufpreis, je nach Qualität des Lokals, kann man sich in so einen Raum zurückziehen, um dort mit seinen Leuten in Ruhe zu speisen. Was in diesem Fall wirklich sehr angenehm war, denn an den Tischen im Restaurant aßen Einheimische und schrien sich an, was hier aber einer normalen, gepflegten Tischkonversation gleich kommt.

Andere Länder, andere Sitten.

Als dann endlich wieder alle beisammen waren, verteilten wir uns um den runden “Karussell”-Tisch und fielen mit unseren Stäbchen wie die Heuschrecken über die köstlichen Speisen her. Mittlerweile haben wir uns mit der chinesischen Esskultur schon so angefreundet, dass wir die glitschigsten und filigransten Zutaten ganz elegant mit den Ess-Stäbchen separieren können. So assimilierten wir uns also durch das Mittagessen, und es gab auch keinen Aufschrei des Entsetzens mehr, als plötzlich ein ganzer Entenfuß samt Schwimmhäuten aus der Suppenschüssel guckte. Wir schmissen unsere gebrauchten Servietten auf den Boden, und wenn jemand am Tisch rauchen möchte, dann tut er das auch ganz einfach zwischendurch.

Wir planten die Liederliste für den Auftritt, besprachen die Möglichkeiten der Show für den Abend und ahnten bei all dem nicht, was uns dann später tatsächlich erwarten würde…

Die Mittelschule ist ein riesiger, zartrosa Gebäudekomplex und blickt von einem Hügel hinunter auf den Fluss. Als wir den großzügigen Campus erreichten, blickten wir in unsere eigenen, überdimensionalen Gesichter. Hinter der Bühne hing ein 6×8 Meter großes Plakat mit unseren Konterfeis. Vor der Bühne formierten sich bereits unendlich viele Stühle, vor den ersten zwei Reihen standen sogar noch kleine Schreibtische. Der Platz war mit bunten Fahnen geschmückt und rote Riesenlampions mit einem vier Meter langen Wimpel wogen sich im Wind.

Die Schule war fast menschenleer, da, wie bei uns, an einem Sonntag kein Unterricht stattfindet, dennoch hörte man überall eine Stimme, die voller Inbrunst etwas vorzulesen schien, zeitweise unterbrochen durch extrem höhenlastige, orchestrale Musik mit und ohne Gesang. Das alles wirkte schon eher etwas unheimlich, sollte aber für Unterhaltung sorgen, denn, wie man uns mitteilte, wurden da Gedichte vorgelesen.

In einigen Klassenzimmern büffelte noch ein einsamer Schüler, und nachdem wir uns ausgiebig umgesehen hatten, erhielten wir ein eigenes Klassenzimmer als Backstageraum für die Dauer unseres Aufenthaltes. Die Tische in diesem Raum waren kleine Pulte, die bei jeder kleinsten Bewegung mit ihren Metallbeinen über den Steinfußboden schepperten. Vorne und hinten im Raum gab es Tafeln, auf denen noch jeder Schüler mit Namen und Notendurchschnitt aufgeführt war. Eine Kamera neben dem unermüdlich lärmenden Lautsprecher wirkte auf uns etwas befremdlich, aber als beim Soundcheck immer mehr Schüler und Schülerinnen neugierig aus den Fenstern guckten und für eine gewisse Zeit auf dem Campus verweilten, erwachte die Schule doch noch zum Leben.

Und WIE diese Schule lebte!!

Um Punkt 18:00 Uhr erhielten die Schüler den Startschuss, sich auf dem Schulhof einzufinden, und was dann geschah, kann man sich vielleicht annähernd mit einem Einlass bei einem Tokio Hotel Konzert vorstellen. Der Campus wurde gestürmt als ob es kein Morgen gäbe. Tausende kamen von allen Seiten auf den Platz gerannt. Die meisten hatten sich einen kleinen Plastikhocker mitgebracht, da eh nicht alle auf den bereitgestellten Stühlen Platz gefunden hätten, und nach wenigen Minuten gab es dort keine freie Stelle mehr.

Diszipliniert warteten alle, auf ihren Höckerchen sitzend, auf den Konzertbeginn, und dann passierte das Unvermeidliche, das absolut Schlimmste, nach Stromausfall, was bei einem Open Air Konzert passieren kann.

Es fing an zu regnen.

Ach, Regen ist gar kein Ausdruck.

Es schüttete aus allen Kübeln. “Monsun” eben (um Tokio Hotel noch ein zweites Mal zu bemühen).

Chaos brach aus, alle versuchten irgendwo einen Unterschlupf zu finden. Viele rannten mit und ohne Platikhöckerchen einfach davon.

Hätten wir doch nur so eine Wetter- und Wolkenrakete von den Olympischen Spielen in Peking dabei gehabt…

Wir sollten uns aber keine Sorgen machen, sagte man uns. Die Leute sind jetzt nur schnell mal nach Hause gegangen, um sich einen Regenschirm zu holen und kämen dann wieder.

Kaum zu glauben, aber wahr!

Nach zehn Minuten war der Platz wieder voll und durch die vielen, vielen Regenschirme noch bunter als vorher. Unglaublich!

Die Instrumente und die Technik wurden geschützt durch Zelte, die man von Gartenpartys mit Sektempfang kennt.

Damit niemand unnötig lange im Regen stehen muss, haben wir uns kurzerhand entschlossen, mit dem Konzert anzufangen.

Sten, Tom, Daniel und Pele mussten aus Sicherheitsgründen unter den Cocktailzelten spielen und ich solidarisierte mich mit dem nassen Publikum und harrte so lange ohne Regenschutz aus, bis mein Mikrophon anfing zu knacken. Von da an hielt ich in der einen Hand das Mikrophon und in der anderen balancierte ich annähernd elegant wie seinerzeit Gene Kelly in „I’m singing in the rain“ einen Regenschirm.

In China gibt es ein Sprichwort, das besagt, wenn jemand mit dem Regen kommt, dann sei er ein ganz besonders wichtiger und Glück bringender Mensch.

Wir wurden gefeiert wie die Beatles!

Dann passierte ein Wunder, denn nach 20 Minuten hörte es doch tatsächlich auf zu regnen. Nach und nach klappten im Publikum die Schirme zusammen, und auch wir ließen die Zelte abbauen. Diese kleine Unterbrechung nutzten wir, um mit dem Publikum noch einmal das chinesische Volkslied „Mo li hua“ a Capella zu singen. Da hätte selbst der Kaiser von China eine persönliche Gänsehaut bekommen, als der Wind das Lied über die Schönheit der Jasminblume, durch das nächtliche China von Zhion Xian bis nach Peking trug.

Wir spürten nur noch das pure Glück.

Immer wieder kamen Schüler auf die Bühne und überreichten einen großen, lillienduftenen Blumenstrauß. Ich vergaß den blutenden Schmerz völlig, der mich durch ein Intermezzo mit meinem kleinen Finger und einem Bühnenventilator niederträchtig versuchte abzulenken. Regelmäßig kam unser Tourmanager Pese auf die Bühne und wickelte mir einen provisorischen live-Verband um die Hand.

Nachdem zum zweiten Mal ein Feuerwerk vom Bühnenrand goldene Funken in die Luft schoss und es uns tatsächlich wiedermal gelang durch die Worte: „Shôw“ (Hände), „Sing sing“ (das wunderschöne Wort für Sterne) und “ Tdjü zi shôw lei“ (was ungefähr soviel heißt wie: Hände hoch!) das Publikum in einen Ozean von sich wiegenden „Sternhänden“ zu verwandeln, verließen wir, geblendet vom Scheinwerferlicht, taumelnd vor Glück, klatschnass von Schweiß und Regen, beseelt und gleichzeitig aufgekratzt durch die Liebe und Energie des Publikums, nach ca. zwei Stunden und mehreren Zugaben die Bühne.

Der Herr im schwarzen Anzug, der uns schon mit einer langen Rede angekündigt hatte, verabschiedete die Zuschauer noch mal auf chinesische Art, derweil schüttelten wir schon unzählige Schülerhände, gaben Autogramme aus dem Fenster unseres Backstageraumes heraus und lachten um die Wette in jede Handykamera.

Was für ein unfassbarer, emotionsgeladener, unvergesslicher letzter Auftritt im Land des Lächelns!!

Vielen Dank an alle, die durch ihr unermüdliches Engagement und ihre Liebe diese Erinnerung möglich gemacht haben!

xièxie! Oli, unserem Tontechniker, der geduldig alles aus der Soundanlage rausgeholt hat und unsere Sicherheit auf der nassen Bühne garantierte.

xièxie! Chris, unserem Lichttechniker, der im Anorak mitten auf dem Platz das Lichtpult gegen das Unwetter verteidigte, sich einen Schnupfen dabei einfing und schlimmere Schäden verhinderte, weil er dafür sorgte, dass die Scheinwerfer nicht ausgeschaltet wurden.

xièxie! Pese, unserem Tourmanager, der gleichzeitig Videokamera, Fotoapparat und Feuerwerkanlage bediente, für einen reibungslosen Konzertablauf sorgte und mich mit seiner medizinischen Fachkenntnis während des Auftritts, vor dem Verbluten rettete.

xièxie! den Zuschauern, die dem Regen trotzten, höflich meine chinesischen Ansagen erduldeten und doch bei „Über mir die Sterne“ ihre Hände alle gen Himmel richteten.

Ein anderes chinesisches Sprichwort sagt: „Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.“

Vielen Dank dafür!

—————————————————————————————————-

Montag: Der Abreisetag

Um 5:30 Uhr wurden wir zum Flughafen gebracht. Wir hatten uns schon am Abend vorher von unserem Betreuer und Dolmetscher Sam dankend verabschiedet. Frau Wang begleitete uns noch bis zum Gate und sorgte dafür, dass wir mit einer anderen Maschine rechtzeitig in Peking sein würden, da unser Flug aus nicht bekannten Gründen gecancelt war.

Zum Abschied drückten wir Frau Wang noch kräftig an unsere Brust und checkten mit erheblichem Übergewicht, was selbstverständlich nur unser Gepäck betraf, ein.

Den dreistündigen Flug nutzten alle, um noch eine Mütze Schlaf abzubekommen. Beim Landeanflug in Peking erwartete uns eine Überraschung: Wir konnten ungehindert auf die Stadt blicken. Peking hatte sich doch tatsächlich von seinem nebeligen Michelin-Männchen-Kostüm befreit und gab sich majestätisch und prächtig unseren Blicken hin. Damit hätte keiner gerechnet.

Um so bedauerlicher war die Tatsache, jetzt in den Airbus nach Deutschland steigen zu müssen. Aber es half nix, selbst der jämmerliche Versuch, die Flughafendurchsage unseres Tourmanager zu ignorieren, scheiterte. Ich wurde gefunden und ehe ich mich versah, saßen wir auch schon angeschnallt in dem von Menschenhand erschaffenen, technischen Meisterwerk, und wir waren zehn lange Stunden zwischen Himmel und Erde. Immerhin hatten alle von uns einen Fensterplatz, und so konnte sich jeder auf seine Weise vom Reich der Mitte verabschieden. Einige tauschten schon die ersten Bilder aus, andere verabschiedeten sich schlafend oder verkürzten sich die Zeit durch die Filmauswahl im Boardkino. Beim Gläschen Champagner, hoch über den Weiten der Wüste Gobi, rückten wir dann nochmal alle zusammen und ließen uns das vornehme, kalte, prickelnde Getränk mit einem kräftigen „Gang Bei !“( chinesisch für Prost!) schmecken.

Die Sonne begleitete uns während des ganzen Fluges und wie Pele so schön tröstend sagte: „Reisen wir zurück in die Vergangenheit“.

Der Flug über die Mongolei gab mir ein klein wenig Raum und Zeit, die letzten 13 Tage mit all ihrem Zauber, ihren Besonderheiten, ihrer Spannung, ihrer Geschichte, ihrer Köstlichkeit und Kostbarkeit Revue passieren zu lassen. Nach wie vor kann ich all das erlebte kaum in Worte fassen. Es fühlt sich momentan noch so an, als hätte man ein anderes eigenes Leben in seinem eigentlichen eigenen Leben gelebt. Denn es war weit mehr als eine Reise in ein fernes, fremdes Land. Wir haben so viel gesehen, gelernt und erlebt, jenseits einer Touristenreise. Wir haben Freundschaften geschlossen. Wir sind tief in unseren Herzen berührt und bewegt worden, und es fühlt sich so an, als hätten wir als „musikalischer Botschafter“ die Menschen dort auch berühren und bewegen können. Wir sind dankbar für diese Erinnerung!

Es gäbe noch so viel zu berichten und zu erzählen: Unser erstes Mal in einem original chinesischen Restaurant, wo uns u. a. Bluttofu serviert wurde, der gekochte Frosch, den mir der Generalminister in Chongqing auf den Teller legte und der wie eine Kröte schmeckte, der Nudelakrobat im Hot Pot Restaurant in Peking, der den Nudelteig wie ein Lasso um sich schwang und dadurch den Teig zu Schnüren teilte und in den Hot Pot gleiten ließ, so dass sich jeder Italiener persönlich bei Marco Polo bedanken müsste, dafür, dass Herr Polo 1295 die Pasta von China nach Europa „mitgebringselt“ hat und überhaupt der “Hot Pot”, der in Peking schon scharf wie eine Rasierklinge war, aber in Chongqing tanzten die Chillischoten mit den Knoblauchzehen einen noch heißeren Tango, während unsere chinesischen Begleiter freundlicherweise ihren Pansen und Kalbsdünndarm mit ihren Stäbchen in der vulkangleichen, brodelnden Brühe fixierten, damit wir unseren empfindlichen europäischen Magen nicht überstrapazieren mussten.

Reis und Nudeln gibt es, wider unsere Klischees, eigentlich erst am Schluss eines Essens. Falls man doch noch hungrig sein sollte.

In Peking begrüßt man sich übrigens, wie sonst nirgends in China, mit den Worten: „Hast du heute schon gegessen?“

Unser Ausflug zur chinesischen Mauer, vor den Toren der verbotenen Stadt und auf dem geschichtsträchtigen Platz des himmlischen Friedens zu stehen, allein das ist ein unfassbares Erlebnis gewesen.

Peking in diesem Waschküchen ähnlichen Nebelschleier zu durchqueren und in den Warenhäusern die exklusivste Designermode bewundern zu können, während man sich eine Ecke weiter an Garküchen für umgerechnet sieben Cent ein üppiges Mittagessen bestellen kann und dann die Straße überquert, sich an Bussen und Autos, Motorrollern und Lastenfahrrädern, die 2 Meter hoch beladen sind, vorbei balanciert, um in einem anderen Shoppingcenter mit den Verkäufern, auf großen Taschenrechnern, wie beim Ping Pong Spiel, den Preis versucht runterzuhandeln. Immer bemüht, sein eigenes Gesicht nicht zu verlieren und das des Händlers zu wahren.

Die abenteuerlichen Taxifahrten, die nicht mal einen Bruchteil von dem kosten, was man hier bezahlen muss. Und nicht vergessen: kein(!) Trinkgeld zu geben! Niemals, denn sonst ist das Gesicht wieder weg.

Das gleiche gilt im Restaurant, jedoch sollte man unbedingt nach einer Quittung verlangen, denn sonst kommt der chinesische Staat schwerlich an seine Steuern. Um das Interesse an Quittungen zu steigern, hat man sich in China etwas ganz besonderes einfallen lassen. Die Quittungen sind mit einem Rubbel-Gewinnspiel versehen und es ist ein großer Spaß, die Felder aufzurubbeln und bestenfalls einen Gewinn von 10 – 20 Yuan einzuheimsen.

Die tanzenden Pärchen, die sich abends in Chongqing am Flussufer treffen und einfach zur Lautsprechermusik um des Tanzens Willen tanzen, die rückwärts laufenden Menschen, die musikalischen Aktivitäten von Jung und Alt am Wochenende in den Parks von Shenyang, Tai Chi, Wasser-Kalligraphie, das beliebte Mahjongspiel, die Menschen, die sich einfach in die Hocke setzen, um sich auszuruhen, egal wie alt und morsch die Knochen schon sein mögen, die öffentlichen Toiletten, die nur durch eine halbhohe Trennwand ein Minimum an Privatsphäre garantieren, der ungern gesehene Gebrauch von Taschentüchern und das uns mittlerweile schon gewohnte, geräuschvolle Hochziehen der Nase.

Die wundervollen Konzerte, die wir spielen durften in Shenyang, Peking und Chongqing.

Die liebevollen Menschen, die wir kennen lernten.

Die Freundlichkeit und Neugierde, die uns entgegen gebracht wurde.

Alles, alles, alles, all das hat einen festen Platz in unseren Herzen und die Erinnerungen nehmen wir dankbar und glücklich mit nach Hause. Wir haben diese Reise mit all unseren Sinnen genossen und so, wie dieses Erlebnis bei uns für immer Spuren hinterlassen hat, hoffen wir, vielleicht durch unsere Musik den Menschen in diesem riesengroßen Land auch etwas davon zurückgeben zu können.

Vielen Dank für das Interesse an unseren Tagebucheinträgen. Vielleicht konnten wir dadurch ja die Lust auf China bei dem ein oder anderen wecken, jedenfalls war es ein schönes Gefühl, sich vorzustellen, dass die Leser dieses Blogs irgendwie ein bisschen mitgefahren sind und unsere Abenteuer mit uns geteilt haben.

Danke an alle, die uns dieses unvergessliche Erlebnis ermöglicht haben und uns auf dieser Reise begleitet haben:

-allen beim Goethe-Institut

-dem Direktor des Goethe-Instituts in Peking Herrn Michael Kahn-Ackermann

-Herrn Joachim Helbig Goethe Institut e. V. Zentrale München

-allen bei “Deutschland und China – gemeinsam in Bewegung”

-dem deutschen Botschafter Dr. Michael Schaefer

-dem Director General Zhou Bo in Chongqing

-dem Deputy Director General of Information Office of Chongqing Wen Tianping

-dem Generalkonsul Herr Mondorf beim deutschen Generalkonsulat in Chengdu und seiner Familie

-allen beim auswärtigem Amt

-Mirko Kruppa, Konsul auswärtiges Amt

-und dem Portal der WAZ Mediengruppe „der Westen“

in Shenyang:

-Udo Hoffmann, Kurator

-Sven Hasenjäger, Konzertfabrik

-Connie Knorr und ihrem Ehemann, Assistentin der Programmleitung

-Chang Hsienjen, Leitung Backstage u. Künstlerbetreuung

-Wang Lei, Transport Coordinator

-Chen Dakun

-Judith Schmidt, Stagemanagerin

-Mathias, dem Monitormischer

-Fan Zhang, Beijing Midi Festival u. Midi School of Music

-Bing Nee, G.M.Lychee Productions

-Elisa Chai Yuan, die Allerbeste Betreuerin

-Katharina und Sunny, Betreuerin

-„Klinsi“, Betreuer

-Teddy Xu, Bureau of Shanghai World Expo Coordination

-Zhang Jing, Media Coordinator DuC

-Haindling, Musikgruppe Haindling

-Helen Feng, Pet Conspiracy

-Beat Klarer, Hotel Manager Holiday Inn

-High Energie, Hotelband im Holiday Inn

in Peking:

-Wang Yuan, Goethe-Institut Peking

-Cheizak, vom chinesischen Rolling Stone

-Dodo, Betreuerin

-Franziska, Betreuerin

-Pan, für die Begleitung zur verbotenen Stadt und zum Platz des himmlischen Friedens

-Club Yugongyishan, Doro

-Kira, Musikgruppe Kira

-Enric Nitzsche, Berlin Music Commission

-Philip Grefer, FAKE

in Chongqing:

-Frau Wang, Betreuung

-Ding Xue, Auswärtiges Amt Congqing

-Sam, Dolmetscher und Betreuer

-unseren Fahrern

-der Mittelschule in Zhong Xian

Als wir in München landeten, erwartete uns mal wieder ein Wolkenbruch. Wie war noch gleich das chinesische Sprichwort?

„Wenn jemand mit dem Regen kommt, dann ist es sicherlich ein wichtiger und Glück bringender Mensch“

Danke!!

Sten, Tom, Daniel, Pele, Oli, Chris, Pese und Suzie

Luftfeuchtigkeit 100 Prozent plus/minus unendlich

KLEE halten sich gerade ja noch in Chongqing China auf.
Der nächste der auf http://www.derwesten.de/blogs/Klee/ einen neuen Eintrag verfasst hat, ist wieder einmal Daniel Klingen.

Nicht das es hier in good old Germany unbedingt schwül sein sollte, aber ein bisschen wärmer und, wenn ich grad aus dem Fenster schaue, es regnet, sonniger könnte es schon ruhig mal wieder sein.

Daniel über „Chongqing, Tag 1“

9:00 Uhr, die Klimaanlage bläst mich an. Ah, mein nächtlicher Versuch sie deutlich kühler zu stellen, scheint am Ende der Nacht doch noch Früchte getragen zu haben. Sie zeigt angenehme 24 Grad an. Also, raus aus dem riesen Bett, rein in die riesen Dusche. An Komfort mangelt es uns nicht in Chongquing. Aus der Dusche raus – schnell überlegen was man an unserem Off-Day und der anstehenden Stadtbesichtigung alles braucht. Ein Blick aus dem Fenster verrät: kein Regen. Aber von Sonnenschein kann man auch nicht gerade sprechen. Da es gestern Nacht noch gefühlte 36 Grad war als wir ins Hotel zurückkamen, entscheide ich mich für leichtes Gepäck. In der Tasche: Fotoapparat, Wasserflasche, ein T-Shirt zum Wechseln, Reisepass, Geld, und ein Handtuch aus dem Hotel für den mit Sicherheit einsetzenden Schweiß auf meiner Glatze. Ich mache die Zimmertür auf und könnte nach 10 Metern auf dem Flur gleich das Ersatz T-Shirt überziehen. Was für eine Luftfeuchtigkeit. Geht auch mehr als 100 %? Wenn ja, dann hier.

In der Lobby werden wir von unseren Begleitern empfangen und in die (zum Glück nach wie vor klimatisierten Vans) gebeten. Wir haben uns schon überlegt, was wir in der größten Stadt der Welt wohl zu sehen bekommen. Wahrscheinlich ist die Anzahl der Sehenswürdigkeiten proportional zur Luftfeuchtigkeit.

Sam und Frau Wang haben sich für einen alten Teil der Stadt entschieden, der vormals ein Fischerdorf war. Eine tolle Wahl! Man hat das erste mal in China das Gefühl, in China zu sein. Wie man es aus Filmen und dem Fernsehen kennt.

Um Punkt 12 kommt die Sonne raus und ich stelle fest, dass ich schmähchlicher Weise meine Sonnencreme auf dem Hotelzimmer vergessen habe. Hilft nix, muss ich durch. Also aufgesetzt die Mütze aus Baumwolle. Nachdem Suzie so ziemlich jeden Stand inspiziert, mit jedem Verkäufer geredet, um jeden Preis gefeilscht hat und wahrscheinlich die Lebensgeschichte eines jeden Chinesen in dieser Fischerstadt kennt, können wir uns zu einer Erfrischung auf einem Restaurantboot im Fluss niederlassen. Das aus dem Hotel mitgebrachte Handtuch ist nur noch ein nasser Lappen und mit den 2 T-Shirts sieht es nicht anders aus.

Ein Trugschluss auch, dass auf dem Wasser vielleicht ein wenig Abkühlung zu erhaschen wäre. Aber das Panorama über den riesigen Fluss entschädigt vollkommen.

Weiter geht es zum Mittagessen. In einem weitaus moderneren Teil der Stadt nehmen wir, unsere 2 Begleiter und unsere Fahrer, an einem Runden Tisch platz. Eine runde Glasplatte zum Drehen in der Mitte.

Das kenn´ich doch aus dem TV.

Und ja, promt werden auf der Glasplatte Speisen verteilt, die zuvor unter Berücksichtigung unseres Vegetariers, von unseren liebenswürdigen Betreuern ausgesucht wurden.

Da ich, wie meine Band zwar weiß, aber sonst natürlich keiner in China, nicht gerade ein Faible für scharfe Gerichte habe, bekomme ich kurz eine Einführung, was ich besser meiden sollte. Zum Glück! Scharf essen wird später in unserm Tagesablauf noch eine wichtige Rolle spielen. Aber zuerst wird geschlürft, gestaunt, gemieden und geweint. Mit scharfen Essen scheinen sie sich auch auszukennen hier in Chongqing, wie ich den Tränen und dem Gehuste meiner Bandkollegen entnehmen darf.

Weiter geht es in eines der vier Zentren der Stadt. Man stelle sich Frankfurt am Mein/Downtown vor, multipliziere die Eindrücke mal zehn und rufe sich nochmals in Erinnerung, dass das nur eines von vier(!) Zentren dieser Stadt ist!

Da ich nicht nur der einzige bin, der mit scharfen Essen in diesem Leben kein Freund mehr wird, sondern auch mit Shoppen nicht, habe ich dass Vergnügen, mit unseren Begleitern und unserem Mischer samt Pele, eher einen Bummel durch die Einkaufshäuser zu machen, als eine Shoppingtour. Sehr angenehm, denn beim Schlendern und Plaudern erfährt man viel über ein Land und seine Einwohner.

Einen Einkaufswunsch jedoch habe ich seit 2 Tagen. Ich brauche ein Deo! Im Supermarkt, in den ich umgehend geleitet werde, springt mir auf Anhieb das Deo einer deutschen Firma in die Augen, dass mir vor zwei Tagen in Peking ausgegangen ist. Oder kommt die Firma aus Frankreich? Ich weiß es nicht, aber die Tatsache, dass ich es 8000 Kilometer von zuhause für weniger Geld kaufen kann, beeindruckt mich irgendwie.

Nach dem Einkaufsbummel wird sich, wie mit unseren Fremdenführern verabredet, im nahe gelegenen Starbuckscafe getroffen (wahrscheinlich fiel diese Wahl auf das Cafe weil sie sicher gehen wollten, dass wir den Ort des Treffens auch lesen können). Man mag es glauben oder nicht. Auch dieser Außenposten westlichen Lifestyles ähnelt verblüffend in Einrichtung und Angebot, dem was ich aus meiner Heimat kenne. Ich bin mir inzwischen sicher, dass diese Firma damit einen Plan verfolgt… Fast so sicher wie die Luftfeuchtigkeit hier hoch ist!

Es geht zurück ins Hotel und der nächste Programmpunkt des heutigen Abends steht schon vor der Tür. Nach einer kurzen und erfrischenden Dusche, schmeiße ich mich in Schale für einen höchst offiziellen Termin.

Wir sind im hoteleigenen Restaurant mit dem Minister für Kommunikation, einer Auswahl an chinesischen Musikern und dem deutschen GeneralKonsul inklusive seiner Familie verabredet.

Mir war zwar bewusst, dass meine Heimatstadt Düsseldorf die Partnerstadt Chongqings ist, jedoch hätte ich mir nie erträumen lassen, dass der Minister für Kommunikation einer 33 Millionenstadt, im Bilde darüber ist, dass sich ein Musiker aus einer Halbmillionenstadt bei ihm zu Gast befindet.

Aber denkste. Ich bin heilfroh zum offiziellen Termin auch offiziell gekleidet zu sein. (Zugegebenermaßen sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass es tatsächlich viele Verwandtschaften zwischen Chongqing und Düsseldorf gibt. Beides sind die Landeshauptstädte der jeweils größten Bundesländer (Provinzen) ihres Landes. Beide liegen an einem bedeutendem Fluss und die Freundlichkeit und Herzlichkeit mit der ihre Einwohner auf Fremde eingehen ist auch von verblüffender Ähnlichkeit!; )

Ein ähnlicher Tisch wie bereits zum Mittagessen, nur schätzungsweise dreimal so groß, ist fürstlich dekoriert und der Durchmesser der Glasplatte erinnert mich jetzt an ein Riesenrad. Erneut werden einheimische Kulinaritäten auf die Platte gestellt und in der Rede des Ministers auch nochmals darauf hingewiesen, dass die einheimische Küche gerne scharf ist. Ob der großen Anzahl an Gästen und Speisen denke ich, ich könnte mich vielleicht mit den wenigen milden Speisen „durchmogeln“, aber nein, wie kann es anders sein.

Meine Band, alle liebende „Scharfesser“, können es sich nicht verkneifen darauf hinzuweisen wie gerne sie feurige Gerichte essen. Ich sehe die Speise, über die Suzie gerade, zur Belustigung aller Anwesen referierte, dass ihr Schärfe einem Tanz auf der Zunge gleicht, auf mich zugedreht wird. Und wie könnte es anders sein. Aufgrund der Verbundenheit unserer Städte werde explizit ICH darum gebeten, ein wenig von dieser Spezialität zu probieren.

Wohl wissend, dass das Schärfste an eben dieser Speise die Pfefferkörner sind, ersinne ich mich kurzerhand eines Plans, der mich vor der peinlichen Bloßstellung meines westlichen Gaumens retten soll. Ich nehme 3 Pefferkörner auf meine Stäbchen um meinen Großmut zu beweisen und schluckte sie einfach ohne sie zu zerkauen runter. Und es gelingt! Zumindest bis mein Sodbrennen mich ab 2:00 Uhr Nachts wach hielt. Beschreibungen über den Stuhlgang des nächsten Tages werde ich aus Pietätsgründen vermeiden.

Nach einer freundlich bis herzlichen Verabschiedung der Abendgesellschaft werden wir zum Hoteleingang zu unseren Shuttles begleitet und zur nächstliegenden Uferpromenade gefahren. Dort wird unter freiem Himmel und unter dem Eindruck des unglaublich leuchtenden Panoramas, noch die organisatorischen Einzelheiten des folgenden Tages besprochen. Der Tag endete mit einer Fehlbestellung unseres Tourmanagers und somit mit einer Vielzahl an Whisky/Cola aus Schnapsgläsern. Chongqing, ein wunderbarer Tag geht zu Ende, den wir auf ewig in unserer Erinnerung tragen werden. Danke dafür,

der Daniel

Elisas Tagebuch aus Shenyang

KLEE in Shenyang

Voller Freude darf ich hier den persönlichen Bericht von Elisa Tsai aus Shenyang China bekannt machen. Sie war knapp eine Woche die Betreuerin der Kleecrew in Shenyang.
Aber das erzählt sie alles selber in ihrem Tagebuch.

Bedanken möchte ich mich auch noch mal für die tollen Bilder, die sind auch von Elisa.

11.06~16.06 ist eine der schoensten Wochen meines Lebens,weil ich die Betreuerin von KLEE war.

Ich kann noch erinnern, wie ich gespannt war,als ich sie im Flughafen sah. Ich nahm ein Bild mit KLEE an dem Ausgang und winkte, dann kam Suzie mit einer Kamera, machte einige Fotos von mir und dem anderen Betreuer. Als ich und Suzie hinter Pele den Koffer zusammen schleppte,sagte sie “schnell !schnell !kurze Beine!”Suess!ein grosses Kind!Ich hatte keinen Stress mehr.Sie sind alle freundlich und easygoing .Auf der Fahrt zum Hotel tauschte ich mit Pese,Musik Manager von KLEE,die Nummer und erzahlte etwas ueber Shenyang.Dann check in ,eine Stunde spaeter trafen wir uns und lauften herum in der Einkaufsstrasse in der Naehe von dem Hotel.Danach gingen wir zum Abendessen in einem beruehmten traditionellen Restaurant.Leider ging Daniel nicht wegen der Kopfschmerzen Ich habe ein privates Rezept mitgebracht,aber 8 Personen ,8Geschmack,die Bestellung war fuer mich sehr schwer.Sie liessen mich empfehlen, wie nett!Aber ich weiss nicht ,dass Pele Vegetarier ist,der arme Pele hat nur ein bischen gegessen.Gluecklicherweise gefaellt das Essen den anderen.Nach dem Abendessen lauften wir zum Hotel.Ich habe gefunden,dass sie gutes Gedaechtnis haben.Sie kannten den Weg besser als ich !Als wir wieder im Hotel waren, sagten Suzie und Pese,sie waren sehr zufrieden mit mir und waren sehr dankbar.Sie haben mir die CD und T-shirt geschenkt.Damit endete mein erster Tag mit KLEE.Ich habe das meinen Freundinnen erzaehlt , sie waren sehr neidisch auf mich und sagten “ich moechte auch mit KLEE zusammen”(sie sind Betreuerin von anderer Band).

Am 12.06 gingen wir zum Einkaufen in der Fashionstrasse.Ich lehrte sie “zu teuer” auf Chinesisch ,sie waren sehr klug und sprechten sehr gut.Wir gliederten uns in 3 Gruppen, ich mit Suzie und Chris, Pese mit Oliver,Tom mit Sten und Pele .Suzie hat viel gefilmt,Pele kaufte ein Paar Schuhe,Oliver bekam eine neue Muetze.ich und Suzie haben auch in einem Spielzeugladen gehandelt von 220 auf 150,als die Kaeuferin “ja,ok” sagte,sind wir so schnell wie moeglich geflohen,weil wir gar nicht den haesslichen ET bezahlen moechten.o(n_n)o…Um 18:00 gingen wir zu der Oeffnungszeromonie der Bewegung.Wir haben backstage besucht und uns mit der Umgebung vertraut gemacht.Die Begruessung war sehr langweilig,nur Rede,Beamte und Blumen.Als es regnete, gingen wir zum Biergarten und tranken in angenehmem Regen.Danach haben wir die Konzerte von Torpedo Boyz und Doro angeschaut.Dann zurueck zum Hotel und “Gute Nacht!”

Am 13.06 kam first soundcheck.Um 11:15 nahmen wir Shuttlebus zum Soudcheck. in der grossen Buehne.Alles war in Ordnung.Abends um 20:45 begann das Konzert.Die Zuschauer waren total begeistert.Als Suzie Handsterne sagte, schwenkten die Zuschauer ihre Haende mit ihr.Suzie hat auch einige Saetze auf Chinesisch gesprochen.z.B.”wir lieben euch” ”hallo” ”wir werden wie Gold sein” “danke fuer eure Leidenschaft”.Als Suzie das chinesische Lied ‘Jasminblumen’ sang, kam der Glanzpunkt des Abends.Ein tolles Konzert!!!Ich habe viele Fotos gemacht.Zurueck zum Hotel , es gab auch ein kleines Konzert in der Bar des Hotels.Da habe ich einen grossen Fan kennengelernt,er hat ueber 200 Konzerte von KLEE angeschaut.wow!Das Konzert endete gegen 2:00,danach eine Party.Weil es zu spaet war, lud Pese mich und Katharina(Betreuerin von Torpedo Boyz) zum Hotel ein.Dafuer war ich sehr dankbar.

Am 14.06 mussten Suzie,Pese,Tom und Sten zur Musikkonferenz gehen,die anderen hatten einen Freitag.so wir entschieden uns ,die verbotene Stadt in Shenyang zu besichtigen.Aber Pele hat sich ausgeschlafen bis 14:30,deshalb hatte er keine Chance, die schoene Landschaft in der Altstadt zu geniessen.Das wetter war sehr schoen und angenehm.wir haben viele Superfotos aufgenommen und traditionelle chinesische Maultasche gegessen.Suzie hat auch eine schoene Zeit mit chinesischen Kinder mitgebracht.Abends gingen wir zum Konzert von Haindling.Leider kann ich sie gar nicht verstehen, aber die Melodie gefaellt mir sehr.Zurueck zum Hotel ,Ende des Tages.

Am 15.06 war des zweite Konzert.Um 11:45 noch mal soundcheck. Es gibt ein kleines Problem mit Sten’ keyboard ,aber alles war in Ordnung am Ende.Abends um 19:35 fing das Konzert an.Die Zuschauer waren mehr als beim ersten Konzert.It’s a big hit! Zu meiner groessten Ueberraschung sagte Suzie in der grossen Buehne ,dass das Lied “Jasminblumen” fuer mich war.Ich bin so froh ,dass ich weinte .Nach dem Konzert gab es eine kleine Geburtstagsparty von Udo Hoffman, Musikdesigner.Es herrschte tolle Atmosphaere.Auf der Party tanzte ich zum erstem Mal mit Pele.Um 00:30 zurueck zum Hotel , dart wartete noch eine Party in der Bar.Leider konnte ich nicht dabei sein ,weil meine Tante und Onkel mich im Hotel abholten.

Am 16.06 war der Abschiedtag.Sie mussten nach Peking,Hauptstadt Chinas, fliegen, dort haben sie noch Konzerte.Ich moechte wirklich mit ihr nach Peking, aber ich habe noch Arbeit und muss bald zurueck zur Uni fahren.Das Wetter war schlimm in Peking , deshalb mussten wir einige Stunden warten.Suzie hat gesagt,dass das Schicksal war und wir mehrere Zeit miteinander hatten.Um etwa 15:00 kam der Abschied. Der Abschied fiel mir sehr sehr schwer, nochmal weine.Suzie’Kleid wurde nass wegen meiner Traenen. Umarmten uns. Das Flugzeug startet 8 Stunden spaeter als geplant.Ich war sehr froh ,dass sie an mich schrieben ,als sie in Peking angekonnen sind.

Die Zeit ist kurz,aber alles ist herzlich. Ich bekomme 8 Superfreunde.Suzie ist sehr freundlich und schoen.Pele lacht und trinkt gern.,ist ein grosses Kind Pese arbeitet fleissig und hat viel gefilmt.Sten ist supernett und mag fotografieren.Tom bleibt immer cool ,wenn er mit anderem Foto macht, aber lacht gern in der Buehne.Ich glaube, die Musik macht ihm viel Spass.Daniel sitzt immer weit von mir in der Buehne ,deshalb habe ich wenige Fotos von ihm geschossen. Chris ist sehr optimistisch,und mag Grimassen schneiden ,und danke fuer deine Jacke an dem Regentag.Oliver ist sehr beliebt in Shenyang viele Maedchen machen Fotos mit ihm, viele Maenner sind neidisch auf ihn wegen seiner Hoehe 192cm .

KLEE,Danke fuer alles! Ich vermisse euch! Sehen wir uns in 365 Tage in Deutschland wieder! Ich liebe euch!

KLEE in China Tag 4

Diesmal steht auch dabei wer der Autor war, es war Daniel Klingen.

Unser freier Tag in Shenyang

Die Verbotene Stadt vom Jingshan-Hügel aus

Heute von Daniel:

11:00 Uhr.

Mein Hotelzimmertelefon schreit mich an. Warum muss in China alles so laut sein?!

Hm, vielleicht kommt es mir auch nur so unglaublich laut vor, weil wir gestern noch in der Hotelbar gespielt und danach mit der Band „Kira“ gefeiert haben. Aber nein, es ist laut!

Am Telefon ist unser Mischer Oli mit der Frage wo ich bleiben würde. Da habe ich wohl verschlafen… Weil wir heute keinen offiziellen Termin haben, dachte ich, den Wecker zu stellen, sei überflüssig. Der Vollständigkeit halber muss ich natürlich erwähnen, dass ICH heute keinen Termin habe (außer den Tag mit meiner Crew zu verbringen).

Suzie, Tom und Sten sind bereits auf dem Festivalgelände, da sie an einer Konferenz zum Thema „Deutschland und China“ teilnehmen. Aber ich habe frei! Dachte ich zumindest.

Aber da war ja noch was. Genau, der Besichtigungstermin in der „verbotenen Stadt“ mit meinen Crewkollegen.

Die eingeweihten Leser werden sich jetzt wahrscheinlich wundern. Aber ja, wir sind noch in Shenyang. Aber hier gibt es auch eine „verbotene Stadt“. Und wie mir jetzt am Telefon langsam aber sicher wieder klar wird, haben wir uns gestern mit unserer Begleiterin vom Goethe-Institut für einen Besuch eben dieser verabredet.

Da meine Crew nicht zum ersten mal mit uns unterwegs ist, haben sie meine Abwesenheit zum vereinbarten Termin ganz richtig gedeutet und bieten mir an, noch eine halbe Stunde im Starbuckscafe, um die Ecke des Hotels gelegen, zu warten.

Frisch geduscht aber noch etwas mitgenommen vom gestrigen Abend und dem nicht enden wollenden Jetlag, bestelle ich mir also um Punkt 11:30 Uhr einen Latte Macchiato. Das Cafe weißt eine unglaubliche Ähnlichkeit mit dem Starbuckscafe in meiner Heimat auf. Da muss es wohl bei dieser Firma einen Plan geben. Ich nenne ihn jetzt mal Franchising.

Und los geht es. Das herbeigerufene Taxi bringt uns in einem atemberaubenden Tempo sicher zur Sehenswürdigkeit unserer Wahl. Wobei man erwähnen muss, dass „sicher“ ein sehr dehnbarer Begriff ist. Von den fehlenden Anschnallgurten, die einem spätestens 10 Sekunden nach Fahrtbeginn unglaublich helfen würden sich wenigstens einigermaßen sicher zu fühlen, ganz zu schweigen.

Aber wir sind da und werden für jeden vergossenen Tropfen Angstschweiß belohnt.

Nach 3 Stunden Umherwandeln in dieser bezaubernden, fremden Stadt, geht es ins Restaurant und wir bestellen uns eine chinesische Kulinarität: Dumpings .

Für umgerechnet 30 Euro werden 5 Mäuler gestopft und sogar noch etwas für später mitgenommen.

Zurück im Hotel treffen wir auf den Rest der Band, die uns ihren Tag erzählen. Aber das sollen sie lieber selbst schreiben.

Wir fahren noch gemeinsam zur Konzertbühne auf der heute Abend Haindling spielen wird, was uns sehr freut, da wir alle große Fans sind. Der Tag klingt aus mit dem Besuch einer, wie man uns versprach, furchtbar „hippen“ Disko und da diesmal auch die mitgereisten Journalisten mit von der Partie sind, wird (wie könnte es anders sein) erneut gefeiert.

Und wenn wir was können, dann feiern…

Liebe Grüße aus Shenyang,

der Daniel