25.04.08 – Campus Total, Dortmund

KLEE – 25.04.2008 Dortmund – Campus Total

Bericht von Nelle:

Endlich 18! Nein, nicht ich – die Zahl meiner besuchten Klee-Konzerte. Nach glücklicher Kindheit und Jugend in Berlin, Bochum (3x), Dortmund (3x), Duisburg, Essen, Krefeld, Köln (5x), Oberhausen und Walbeck nun ein viertes Mal in Dortmund.

Die Veranstaltung dazu war das Campus Total, eine zwei Mal im Jahr stattfindende Uni-Sause. Bei der „Winter-Edition“ war ich schon 2x und fand es immer ziemlich spaßig. Das Publikum besteht fast ausschließlich aus komplett betrunkenen Studenten, die durchdrehen – egal wer spielt. So wurde beim Astra Kid-Auftritt 2005 gar die Bühne gestürmt und die Leute sind so abgegangen wie auf keinem anderen Astra Kid-Auftritt zu Lebzeiten. Auch vergangenes Jahr (wo ich wegen den Folk-Poppern Black Rust war) haben die fast vergessenen Liquido wohl den gefeiertsten Auftritt der Post-Narcotic-Ära gehabt. Neben jeweils einer „großen“ Band (nun also Klee) spielen immer noch eine Reihe unbekannter, meist regionaler Bands. Zudem gibt es auf den verschiedenen Floors zahlreiche DJs der diversen Musikrichtungen. Immer dabei ist z.B. Der Wolf, man erinnere sich.

Die Hinfahrt war etwas seltsam, da die S-Bahn-Haltestelle „Universität“ aus Fahrtrichtung Essen gesperrt war. Also eine Haltestelle weiter fahren und dann wieder eine in Gegenrichtung zurück. Als ich schließlich ausstieg, traf ich direkt Ralf, der in der selben Bahn gekommen war. Kurz darauf stieß noch Cpt. Klee dazu. Etwas später ging es in die Mensa Nord zum studentenfreundlichen Preis von 6 Euro Abendkasse. Nach etwas irritierender Suche der Sanitäreinrichtungen (wir stiegen in einen Aufzug und landeten HINTER der Theke im 1. Stock) und dem Treffen weiterer Klee-Anhänger spielte die erste Band, BlackBox aus Tönisvorst. Gefielen mir eigentlich ganz gut. Die Bühne stand dabei einfach in einer Ecke des großen Mensa-Raums, umringt von einem Wellenbrecher. Danach kamen sowohl die beiden Personen mit denen ich verabredet war als auch die Band Incontrol, letztere beachtete ich wegen ersteren aber nicht mehr sonderlich. Im Zeitplan wurde ordentlich rotiert: Eigentlich sollten Klee zwischen den beiden Bands spielen, von 22 bis 23 Uhr. Das hatte sich jetzt geändert, Klee waren nun letzte Band und für 23 Uhr angekündigt, was sich noch ein wenig nach hinten verschob.

Als die Band Incontrol fertig war, gingen wir nach vorne. Zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass da auch Percussions standen. Hoppla, wurden da Lieder umarrangiert? Und wer von den vier Herren würde sie bedienen? Die Antwort lautete: Keiner. Klee jetzt live zu sechst und die Nummer sechs an den Percussions bildete der Schlagzeuger von Angelika Express (oder ein Doppelgänger). Damit habe ich nun gar nicht gerechnet. Somit haben an einem Ringfest-Mittag in Köln wo ich vor fast fünf Jahren war tatsächlich alle sechs Musiker gespielt – mit drei verschiedenen Bands. 😉

(wer jetzt wegen der dritten grübelt: Bassist Pele spielte mit seiner Band Astra Kid damals ebenfalls dort)

Nach einer Ankündigung durch den hyperaktiven Bühnen-Moderator ging es dann weniger überraschend los, nämlich mit „Für alle, die“ und „Tausendfach“, gefolgt von „Mein Geheimnis“. Der Anfang des Konzerts war irgendwie seltsam. Es hatte sich inzwischen zwar gut gefüllt vor der Bühne, doch viele der Leute sahen nicht so aus wie die üblichen Konzertbesucher sondern guckten ein wenig als hätten sie noch nie eine Band gesehen, bevor sie dann alle anfingen mit ihren Fotohandys rumzufuchteln. So etwas wie Stimmung herrschte wohl nur vorne in der Mitte bei den üblichen Verdächtigen (), auch der Applaus nach den Stücken war ungewöhnlich schnell verhallt. Glücklicherweise legte sich all das nach einigen Liedern. Die Leute die es nicht interessierte gingen zu den Klängen irgendwelcher Plattenaufleger zappeln und die weiter-hinten-Steher die es gut fanden, kamen nach vorne. Später wurde sogar gehüpft, gesprungen und teils gar gepogt. Letzteres eine echte Rarität bei Klee-Konzerten. *g*

Der Effekt mit den Taschenlampen bei „Lichtstahl“ litt etwas unter den zahlreichen im Saal stehenden Lampen und Reklameleuchten, dafür kam aber nach „2 Fragen“ das erste neue Stück namens „Die Königin“. Neue Lieder brauchen bei mir ja oft eine Weile und daher ist es für mich auch gar nicht überraschend, dass ich das Lied textlich auf Anhieb jetzt nicht so richtig gut fand. Dafür musikalisch sehr toll! Danach dann was Altes: Cpt. Klee hatte zwar angekündigt, dass was kommen würde vom ersten Album, aber ich hatte nicht weiter nachgedacht, was das wohl sein würde. Hätte ich mir was aussuchen können, wäre es vermutlich „Standard kompakt“ geworden und das war es auch. Juchu, sooo lange nicht mehr live gehört 🙂

Es folgte ein weiteres neues Stück, die kommende Single „Zwei Herzen“. Hit.

Im Laufe des Konzerts ging Suzie auch ausführlich auf die Wutrede des Dortmunder Fußball-Trainers Thomas Doll ein, die sie sich im Hotelzimmer angesehen habe. Mit dem Thema Fußball kann man in Dortmund wohl immer punkten (oder wahlweise polarisieren). Irgendwann meinte sie dann „Wenn ihr schon keinen Fußball spielen könnt – feiern könnt ihr!“. Der BVB spielte am selben Abend übrigens 1:1 gegen Frankfurt. Nach dem immer-wieder-ein-Highlight-Stück „Nicht immer aber jetzt“ folgte mit „Gold“ der vorerst letzte Titel.

Suzie blieb allerdings direkt auf der Bühne stehen und sang mit dem Publikum „Wir lagen vor Madagaskar“. Glücklicherweise kamen auch Daniel, Tom, Sten, Pele und Alex noch einmal zurück und spielten als Zugaben „Erinner dich“ und „Liebe mich Leben“. Dann war wirklich Schluss und es übernahm der DJ (Jan-Christian Zeller von Eins Live). Die Konservenmusik war dann allerdings viel, viel, viel zu laut, der Sound war Mist (bei jedem HiHat-Anschlag drohte der Kopf zu platzen) und außerdem spielte er ziemlich viel Schrott. Das Klee-Fan-Volk war inzwischen vollständig außer Sichtweite und auch die Band habe ich mit Ausnahme von Pele, der ein wenig hin und her lief, nicht mehr gesehen. Und schade, dass „Die Stadt“ nicht gespielt wurde. An das Fehlen des Überhits vom letzten Album, „Am Ende der Liebe“, habe ich mich ja gewöhnt 😉

Inzwischen war das gesamte Campus Total sehr voll, der Anteil der Leute aus der Kategorie „muss ich nicht haben“ war exorbitant gestiegen, die Toiletten liefen alle über, … Also jedenfalls bin ich dann irgendwann gegangen, weil ich es schauerlich fand. Mit Ausnahme des Klee-Auftritts war dieses Campus Total reichlich daneben, aber Klee halt dafür umso mehr ein Volltreffer.

Freue mich schon auf die 19.

Setlist:

01 Für alle, die

02 Tausendfach

03 Mein Geheimnis

04 Bis an den Rand der Klippen

05 Solang du lebst

06 Lichtstrahl

07 2 Fragen

08 Die Königin

09 Standard kompakt

10 Zwei Herzen

11 Nicht immer aber jetzt

12 Gold

xx Dieser Fehler (weiß die genaue Position im Konzertverlauf nicht mehr)

———-

14 Erinner dich

15 Liebe mich Leben


Bilder vom Käptn:

Die Lücke wurde gefüllt hinter Tom, dem Gitaristen, und links von Daniel dem Schlagzeuger. Hier ein Teil des Equipments bevor es bespielt wurde.

Ein paar technische Schwierigkeiten wurden von vielen Händen bestens beseitigt.

Olli gibt den letzten Schliff, es kann losgehen.

Morgen dann neues aus Saarbrücken.

Ahoi

euer Cpt. Klee

12:57
pooƃ-sʎɐʍlɐ-ǝsoɥʇ ‚ǝʇʇǝuuɐǝɾ

Bilder sind ja schon mal beeindruckend.
Gab es echt einen 6. Mann auf der Bühne? Naja, freu mich auf den Bericht, der gibt sicherlich Aufklärung. 😉

Samstag, April 26, 2008 – 7:55

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s