KLEE in Wuhan Tag 6

toilet hot pot delight

So bzw. von einem irgendwie ähnlichen Hot Pot erzählt Suzie vom fünften oder besser gesagt sechsten Tag in Wuhan China.
Wo die Schlangengurken noch poliert werden,

Die Geister, die ich rief …

Heute wollen wir es mal etwas ruhiger angehen lassen. Nach dem gestrigen, opulenten Hot Pot hat sich unsere Reisegruppe halbiert. Genau wie meine Familienpackung Iberogast! „Herr, die Not ist groß! Die ich rief die Geister, die werd ich nicht mehr los.“ Schließlich sind wir ja auch auf Einladung des Goethe Instituts hierher gereist…nur um die durchschlagende Bilanz des Abendessens mal eloquent zu umschreiben und um den genannten Hot Pot nicht allzu wörtlich zu nehmen.

Der Chinese an sich zeichnet sich im alltäglichen Sprachgebrauch ebenfalls durch eine spezielle Eloquenz und einen, für uns, sonderbaren Humor aus. Isst ein Kind z.B. seinen Reis nicht auf, wird ihm damit gedroht, dass es Pickel bekommt. Der Reis wandert dann eben ins Gesicht. Ein beliebter Witz hierzulande lautet: „Guckt der Teufel in den Spiegel und stirbt.“ ??? „Stirb!“ bzw. „Geh zum Teufel“ lautet übrigens auch die Übersetzung unseres saloppen Abschiedswortes „Tschüss“. Da muss man in China höllisch aufpassen!

Bei der Essensbestellung in einem Restaurant wird sehr lange mit dem Kellner über die Speisekarte diskutiert. Unsereins fragt sich, über was da wohl so lange gesprochen wird? Über die Kinder? Rücken? Oder über Tipps zur Fleckenentfernung? Nein, mitnichten! Es wird die ganze Zeit über die Speisen geredet. Denn es steht in so einer chinesischen Speisekarte eben nicht einfach drin: Heute Tagesangebot! Frischer Frosch süß/sauer, sondern die aufgelisteten Nahrungsmittel lassen sich unendlich über- und untereinander kombinieren. Dafür braucht man die Gabe eines Bobby Fischers oder das Talent eines Garri Kimowitsch Kasparow oder einfach nur viel Geduld und Spucke.

Heute haben wir es, wie gesagt, ruhig angehen lassen. Hans dachte sich wahrscheinlich, wenn die Übriggebliebenen der Hot Pot nicht zur Strecke gebracht hat, dann versuch ich es mal mit einem original chinesischen Markt. Wow! Ein optischer und vor allem ein olfaktorischer Karneval.

Rund um die überdachte Markthalle bieten allerlei Händler ihre Waren an. In überdimensional großen Körben, Wannen und Schalen wartet das frische Gemüse auf Kundschaft. Knallgrüne Paprikaberge liegen neben tief violetten Auberginenhügeln, flankiert von säuberlich sortierten Spezialitäten aus dem ganzen Land. Zwischendrin dampfende Garküchen, die z.B. die in Wuhan sehr beliebten knusprigen Entenhälse anbieten. Inmitten dieser exotischen Gemüselandschaft hocken die Händler auf ihren kleinen Höckerchen und schlürfen ihren Tee oder ihre Nudelsuppe, polieren Schlangengurken, machen ein Nickerchen oder unterhalten sich lautstark mit der Konkurrenz. In China gilt die Tomate übrigens als Obst und wird gerne mit Orangenstücken zusammen auf einem Schaschlikspieß gefädelt und mit einer Zuckerglasur als süßer Snack genascht. Wie die Paradiesäpfel, die es bei uns auf der Kirmes und auf Jahrmärkten gibt.

Das würde dann auch endlich erklären warum man in Österreich „Paradeiser“ zur Tomate sagt. Sicherlich werde ich während unseres Aufenthalts in diesem aufregenden, wunderbaren Land auch noch das große Nudelgeheimnis lösen! Hat Marco Polo das global äußerlich beliebte Hartweizenprodukt nun von China nach Italien importiert oder war es andersrum? Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei?

Eier gibt es auf dem Markt in einer Variations- und Güteklassevielfalt wovon der gute, alte Osterhase nur träumen kann. Weiße Eier, braune Eier, große Eier, kleine Eier, grüne Eier, gefleckte Eier. Ei-gelb, Ei-weiß, Ei-phone.

Auf das Huhn komme ich dann später, nach der nächsten Maus, zurück. Jetzt passieren wir erst einmal die Gewürzstände. In großen Säcken präsentieren sich prachtvoll die verschiedenen Pfeffersorten, Sternanis und Undefinierbares, umgeben von ausgelegtem Ingwerknollen und knallrot leuchtendem, getrocknetem Chili in Schotenform, pulverisiert, grob und fein gehackt. Ein fantastisches Fest für alle Sinne! Gleich daneben winkte uns schon die freundliche Reisfachverkäuferin zu.

Und was soll ich sagen: Ja! Es gibt doch tatsächlich echten Reis in China. Wir waren schon kurz davor dies anzuzweifeln, denn bisher gelang es uns noch nicht wirklich, in einem der vielen Restaurants, in denen wir bislang zu Gast waren, Reis zum Essen zu bestellen. Aber jetzt und hier glänzte er, wie Diamanten in der Sonne, mit der Verkäuferin um die Wette.

Als wir den überdachten Teil des Marktes betraten, standen wir direkt vor den Fischauslagen. Die Fische lagen allerdings nicht friedlich und tot auf kühlendem Eis, nein, sie tummelten sich relativ lebendig in kleinen Glasbecken, und von Zeit zu Zeit versuchten sie sogar, in ein anderes Aquarium zu flüchten. Die gestrenge „Fischaufseherin“ untergrub aber jeden Fluchtversuch, fischte behände den Ausreißer heraus und schmiss ihn wieder zu Seinesgleichen. Beobachtet wurde sie dabei von uns und einer Langhalsschildkröte, die in einer hellblauen Plastikschüssel die letzten Stunden ihres Lebens verbringen musste. Hinter der Schildkröte wurde gerade ein Kartoffelsack voller lebender Kröten mit einem Wasserschlauch frisch gespritzt und dann wie ein Kopfkissen aufgeschüttelt und wieder an der Theke platziert. Hans wunderte sich, dass es bei uns so etwas in der Form gar nicht gibt, und leider mussten wir ihm auch den Zahn ziehen, dass wir in Deutschland Fischblasen (oder waren es Fischmägen?) nicht zu den alltäglichen Köstlichkeiten zählen.

Zurück zum Huhn. Das Eier legende Federvieh fristete, zusammengepfercht und übereinander gestapelt, sein Dasein in dicken Stahlkäfigen. Manchmal streckte eine Gans neugierig den Hals mitten aus dem Hühnerhaufen hervor, und als ich das mit Blut und Federn beschmierte Hackebeil entdeckte, wollte ich schlagartig diesen Ort verlassen. Ich eilte vorbei an hängenden Tierkadavern, Stinketofu und Hausfrauen. Hinaus an die Luft, an die Sonne, zurück zu den friedlichen Reiskörnern, den lieben Maiskolben, den unschuldigen Knoblauchzehen, Äpfeln, Drachenaugenfrüchten und Kohlsorten. Draußen angelangt, gab es an der Straßenecke einen Menschenauflauf vor einem Hofeingang. Die Leute streckten gänsemäßig ihre Hälse in die Höhe. Es herrschte eine aufgeregte Stimmung. Zwei Polizisten rannten in den Hof hinein. Wir fragten Hans, was denn da wohl passiert sei und er sagte: „Ich weiß es nicht genau, entweder ein Diebstahl oder ein Mord.“ Das reichte.

Heute Abend, in dem belgischen Restaurant „La Brussels“, zu dem uns der Besitzer David gestern eingeladen hat, werde ich mich, wie Pele, ausschließlich vegetarisch ernähren. Basta.

Wir sind zurück zum Hotel und gingen anschließend zum Festivalgelände, um Ralf Brendle und seine „Quetsche“ (wie er selbst in reinstem schwäbisch zu seinem Instrument sagt) und Tele zu sehen. Zwei wirklich wunderschöne Konzerte! Dann war die Zeit gekommen, sich von den Organisatoren und Mitarbeitern zu verabschieden. Es fiel uns allen furchtbar schwer Adieu zu sagen, denn abgesehen von den tollen Konzerten und der perfekten Organisation sind hinter der Bühne alle mit so viel Herz und Seele dabei gewesen, dass der Abschied schmerzt. Vielen, vielen Dank an alle! Mit extra Kuss an Connie Knorr, Udo Hoffmann, Chang Hsienjen, Zhang Angie, Hans, Judith Schmidt, Nehr Ebi, Wu Gibson, Mathias, Jan, den Botschafter Dr. Michel Schäfer und sein Team, Martin Fleischer, Herrn Kahn Ackermann und das ganze Goeth-Institut und alle vom DUC und natürlich einen Kuss für das wunderbare Publikum in Wuhan! Man soll gehen, wenn es am Schönsten ist. Gerade das fällt uns besonders schwer. Morgen Früh fliegen wir mit der Käsefuß-Airline nach Peking. Gute Nacht, der letzte macht das Licht aus!

Daniel berichtet über Tag 5 in Wuhan

Wuhan Strassenreinigung

11:00 Uhr morgens, und nichts schreit mich an.

Was ist da los in China?! Hier war doch immer alles so laut, als ich das letzte Mal hier war. Wuhan scheint da anders zu sein. O.K.- am, für Mitteleuropäer undurchschaubaren, Verkehr hat sich nichts geändert. Außer, dass hier nicht jeder meint, das Vorhandensein einer Hupe an seinem Auto zwinge ihn, selbige auch ständig zu benutzen sobald er fährt. Wir haben heute frei. Wie auch die nächsten Tage, aber heute ist der erste freie Tag, den man auch als solchen empfindet.

Gestern war unser zweites und leider diesmal auch letztes Konzert, und die folgenden Tage werden wir nutzen, um uns Wuhan und Peking noch mal ganz genau anzuschauen… Ich werde heute gleich mal damit anfangen: Der Tag steht zur „freien Verfügung“ und meine Bandkollegen frönen unterschiedlichsten Dingen wie Songschreiben, Fotos machen, Souvenirs kaufen, etc.. Ich wiederum werde zusammen mit Oli und Piotrek, unserem Backliner, sowie den Kollegen von Tele zu einem Park fahren, der auf einer Insel liegt. Gesagt, getan.

Unser Hotel ist so groß, dass es eine eigene Bushaltestelle verdient zu haben scheint. Jedenfalls fährt der Bus genau gegenüber unserem Foyer ab. Für umgerechnet 20 Cent fahren wir ca. eine halbe Stunde. Hallo!? Hat die Rheinbahn mitgelesen? Wir fahren für 20 Cent eine halbe Stunde Bus!! Für 20 Cent fährt man in Deutschland leider nirgendwo mehr hin und erst recht nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln… Wie dem auch sei. Am See angekommen setzt unsere recht große Reisegruppe über, und die Entscheidung für Motorboot oder Ruderboot fällt bei der augenscheinlichen Größe des Sees nicht sonderlich schwer.

Am Zielort angekommen, stellt sich die Frage, ob wir für umgerechnet 4 Euro pro Person anlegen und in den Park gehen, oder für 2 Euro einen etwas „inoffiziellern“ Eingang in den Park wählen. Zu diesem Zeitpunkt wird uns natürlich leider nicht mitgeteilt, dass man wenn, man sich für Variante 2 entscheidet, auf etliche Sehenswürdigkeiten verzichten muss. Deutsch veranlagt, wie unsere Reisegruppe nun mal unweigerlich ist, entscheiden wir uns für die billigere Alternative. Zum Glück!!

Die Sehenswürdigkeiten begrenzen sich auf Affen, die irgendetwas tun, was unser Übersetzer leider nicht ins deutsch übersetzten kann (oder will). Und so kommen wir (sparsam wie wir nun mal sind) in den Genuss, mal wieder in China Rodelbahn zu fahren. Ein Wahnsinnsspaß!! Zurück an der Talstation wird von unserem Booker Ben , der ebenfalls dabei ist, ein Nachmittagsmahl bestellt.

Da er der chinesischen Sprache genauso unmächtig ist, wie der chinesische Gerichteverkäufer der deutschen, wird die Bestellung zu einer Stand-Up Comedy-Show sondergleichen. Ich muss jedoch mit Respekt festhalten, dass nach der Zuhilfenahme eines Taschenrechners zumindest Einklang über den Preis herrschte, den wir für unser Essen zu zahlen hatten. Nach einem hervorragenden Reisgericht wird die Heimreise ins Hotel angetreten. Busfahrt, Fahrt über den See, Rodelbahn und die Risikowahl des Essens sind aber auch in der Tat genug für einen Tag China.

Nach einer kurzen Regenerationszeit auf dem Hotelzimmer geht es, diesmal um die bis hierher fehlenden Bandkollegen erweitert, sofort weiter zum „Hotpot“-Essen. Ich habe in der Vergangenheit bereits erwähnt, dass sich mein Interesse für überscharfes Essen in Grenzen hält.

Ich muss jedoch zum zweiten Mal in China feststellen, dass eine gewisse Süchtigkeit nach scharfem Essen auch von meiner Seite nicht von der Hand zu weisen ist. Man muss nur beachten, dass man nicht sofort mit den Speisen für hart Gesottene einsteigt. Nähert sich man dem Thema „chinesische Schärfe“ in einer Zeit von 20 Minuten, ist man auch in der Lage, Speisen zu sich zu nehmen, die einer Betäubung des Mundraums bei einem in Deutschland ansässigem Zahnarztes ähneln.

Der Abend endet (wie so ziemlich jeder bei unserem Aufenthalt in Wuhan) in der Churchbar. Lange ging es mal wieder, und nachdem, neben etlichen anderen, auch unser Pele zum zweiten Mal sein Soloprogramm auf der „Open Stage“ zum besten gab, konnte man ein weiteres Mal glückselig ins chinesische Hotelbett fallen.

Wuhan, wir mögen Dich!!

„Traumhafte Tage in Wuhan“

Zu meiner großen Freude erreichte mich wieder eine elektronische Post aus China.
Letztens schrieb Elisa Tsai ihre Eindrücke, dieses Mal ihre Freundin Katharina Tsui.
Beide hatten das Vergnügen KLEE innerhalb von gut 4 Monaten 2x in ihrer Heimat live sehen zu können.

Ich, wir bedanken uns aufs herzlichste für die tollen persönlichen Eindrücke.
Mit etwas Glück gibt es auch bald noch ein paar Fotos.
EDIT: Bilder passend zum Bericht gibt es jetzt hier,
Katharina grüsst mit Bildern aus China

Mit KLEE waren die drei Tage in Wuhan traumhaft
27.10.09 Dalian
Schon seit einem Tag bin ich zurück nach Dalian gekommen. Aber die Aufregung wurde immer stärker, weil ich die aller schönsten Erinnerungen mit KLEE in Wuhan gesammelt habe.

Um 10 Uhr am 23.Okt. waren wir, Elisa und ich, in Wuhan gelandet. Als wir vom Flughafen ins Stadtzentrum fuhren, hatten wir eine Hochzeitsautokolonne getroffen. Das war ein glückliches Vorzeichen!
Nachdem wir unser Gepäck im Hotel untergebracht hatten, gingen wir wieder aus. Denn wir mochten möglichst schnell KLEE wiedersehen. Leider hatten wir keine Ahnung, wo sie übernachten und wussten auch nicht ihre Handynummer.

Alles in der Stadt war uns total neu. Mit Vorgefühlen gingen wir die Yanjiang Straße entlang.
Unerwartet sprang ein Ausländer, der eine Tasche von der “Deutschland und China gemeinsam in Bewegung“ Veranstaltung hielt. Er ging direkt ins Marco Polo Hotel. Super! Hier muss das Hauptquartier von der Veranstaltung sein! Angespannt stürzten wir ins Hotel. Ein Freiwilliger Helfer dort war sehr hilfsbereit und gab uns die Handynummer von Hans, dem Betreuer von KLEE. Wir riefen ihn an, und er sagte, KLEE waren schon unterwegs zum Hotel. Wir saßen in der Lobby, warteten, warteten und warteten. Wieso waren sie so langsam. Es fiel mir plötzlich ein, wir mussten uns geirrt haben und es musste ein anderes Hotel geben. Als Elisa bei der Rezeption nachfragte, sah ich plötzlich Daniel, den Schlagzeuger, draußen. Und dann kam Oli, der Mischer. Ich konnte meinen Augen so ganz nicht trauen. Wir stürzten heraus und trafen endlich wieder zusammen, mit der aller besten Band KLEE!
Alle hatten sich nicht verändert. Und ich fühlte sofort, die Stadt war mir nicht mehr so fremd. Leider konnte Chris diesmal nicht mitkommen. Aber der neue Photograph Piokrek ist auch super nett. Eigentlich hatten wir schon großen Hunger, denn das Frühstück an Bord war schlecht. Aber magisch war, das, als wir KLEE wieder sahen, ging aller Hunger sofort weg. Ja, wir waren ganz ganz aufgeregt und begeistert.
Nachdem wir in der Fußgängerzone herumgelaufen waren, gingen wir zurück und warteten auf das Konzert. Wir waren schlau, denn wir hatten die Backstagekarte vom letzten Mal in Shenyang mitgebracht. Damit konnten wir auch in den Backstage gehen. Aber wir fürchteten, dass Frau Zhang, die Chefin, darüber böse sein würde. Glücklicherweise hatte sie einen guten Eindruck von uns und war zu uns sehr freundlich. Wunderbar!
Dann kam der große Moment. Diesmal war die Kontrolle im Backstage immer stärker. Es gab gar keine Chance vor der Bühne zu stehen. Das Sicherheitspersonal war böse. Ich konnte mich nur hinter der Kulisse verstecken. Nee, das mochte ich nicht gerne. Dann ging ich zur anderen Seite der Bühne, wo die Kontrolle nicht so stark war, und machte einige Fotos vom KLEEkonzert. Schuldigung Sten, von diesem Winkel konnte man leider die Fotos nicht perfekt machen…
Seit Juni, seit den letzten Konzerten in Shenyang bin ich in die Musik von KLEE verliebt. Ich war sehr froh, dass ich diesmal schon die Lieder mitsingen konnte! Danach gingen wir in eine wundervolle Bar und feierten ein bisschen. Die Bar war so einzigartig, denn es war früher eine Kirche und war umgebaut.

Am zweiten Tag hatten wir frei und machten eine Tour in der mit vielen französischen Gebäuden bebauten Stadt. Zuerst fuhren wir mit einer Fähre ohne Dach über den Yangtze-Fluss. Die Sonne scheint, wir hatten gutes und warmes Sommerwetter und konnten das Sonnenlicht völlig genießen.
Toll! Danach gingen wir zur Kranichpagode, also eine wirklich sehr bekannte Sehenswürdigkeit in Wuhan. Als Chinesinnen , aber nicht einheimisch hier in Wuhan, hatten wir keine Ahnung über die Geschichte von der Kranichpagode. Pese, der Musikmanager, erzählte uns darüber. Ach, shame on us…
Der Turm hat schon eine Geschichte von rund 1780 Jahren. Aber er sieht heute noch sehr schön und großartig aus. Es schien, dass Suzie die zwei Lampions am Baum sehr gefielen. Sie ließ sich mit den Lampions fotografieren.
So cute Suzie!
Und dann haben wir auf der Imbissstraße etwas traditionelles gegessen. „Hot Dry Nudeln“ waren sehr „HAUTSCH“ (chinesisch für lecker). Auf jeden Fall durften „BAUTSAI“ und frittierte Lotuswurzeln nicht fehlen.
An diesem Abend sahen wir Konzerte von anderen Bands. Aber das Publikum war nicht so leidenschaftlich wie das in Shenyang war. Wahrscheinlich weil die Menschen im Süden zurückhaltender als die im Norden sind. Ja, bestimmt.
Dann gingen wir in die Bar in der 38.Etage im Hotel. Als wir im Fahrstuhl standen, konnten wir die leuchtende Stadt und den Yangtze in der Nacht schauen. Hallo Wuhan, Amazing!
Dort hatten wir den Geburtstag von einem Mitglied der Super700 gefeiert. Pele war endlich zufrieden, denn er konnte endlich Weißwein trinken. Tom war auch sehr gut gelaunt. Also es herrschte in der ganzen Bar gute Atmosphäre.

Am Mittag des 25.Okt ging KLEE zu einem zweiten Soundcheck auf die Bühne. Hans, der Betreuer, Alex, der neue große Fan von KLEE, Elisa und ich saßen vor der Bühne. Es gab schon ein kleines Publikum hier vor der Bühne. Sie fotographierten die Band und fragten uns: „Wie heißt die Band? Wo kommen sie her? Um wie viel Uhr findet das Konzert von ihr statt?“ Sie waren sehr begeistert und freuten sich sehr drauf. Genauso wie in Shenyang erfreuen sich KLEE großer Beliebtheit.
Das heutige Konzert war ehrlich großartig! Die Jungs waren alle mit schwarzen oder ganz dunklen Hemden und Jacken bekleidet. Suzie war in einem glänzenden hellgrauen Kleid und hatte auch glänzende Bänder auf der Schulter. Wunderschön! Das erste Lied war mein Lieblingslied „Wie weit“. Danke KLEE! Das Vorspiel war so anspannend, dass alle mit tanzten. Suzie, Tom, Sten, Pele, Daniel, alle waren in Hochstimmung. Das Publikum war sprudelnd. Der Auftritt war echt bewegend und auch erschütternd. Einige Fans, die hinter mir standen schrien sogar auf Deutsch „KLEE, ich liebe euch!“ und „You are so amazing!“ Ich war so froh, so begeistert, dass ich jetzt nicht weiß, wie ich mich ausdrücken soll. Der Jubel und Applaus dauerte immer länger und länger! Echt total super geil! Und ich bin sicher, dass KLEE nochmal in China sensationell werden müssen.
Das Konzert war schon zu Ende, aber alle von uns waren noch angespannt. Denn der Pele Caster würde später in der Kirchbar ein Solokonzert geben. Pele hat wieder seinen grünen Schal getragen. Typisch für Pele! Als er sagte, „Wir haben uns“, also mein Lieblingslied von Pele Caster, sei für mich und das ganze Konzert, für mich und Elisa, da fühlte ich mich sehr glücklich! Das Konzert von Pele war auch supererfolgreich. Alles an diesem Abend war erfolgreich und wundervoll. Sehr spät um 4 Uhr gingen wir zurück. Da ich und Elisa später zurück nach Dalian fliegen mussten, machten wir die Verabschiedung vor dem Hotel. Die kleinen roten Boote, die Suzie heimlich in meine Tasche gelegt hatte, will ich nie ausgeben. Die kleinen roten Boote will ich für immer behalten. (Was die kleinen roten Boote betrifft, also, eigentlich sind sie Geldscheine. Chinesische 100 RMB sind rot. Sie hat das Geld in die Form von Booten gefaltet und heimlich in meine Tasche gelegt. Sie wollte, das wir mit diesem Geld etwas luxuriöser zum Flughafen fahren können.) Für uns war das schon Luxus überhaupt zum Flughafen gefahren zu werden. Das ist für mich wirklich bedeutend. Jedes Mal fällt uns die Verabschiedung ganz ganz schwer. Und jedes Mal weint Elisa vor Traurigkeit. Aber ich nicht. Denn ich bin sicher, dass wir uns bestimmt alle miteinander wiedersehen können. Sowohl in China, als auch in Deutschland. Und ich halte die Verabschiedung für den Beginn vom nächsten Wiedertreffen und auch für den Beginn von meiner schönen Erinnerung.
Auf Wiedersehen KLEE, die aller beste Band auf der ganzen Welt!